Lowetsch soll HSV aus Leistungstief ziehen
Hamburg (dpa) - 17.09.2007, 17:16 Uhr
Huub Stevens beobachtet seine Mannschaft sorgenvoll vom Spielfeldrand.
Mit sorgenvollen Mienen bestiegen die Spieler des Hamburger SV den Charterflieger nach Bulgarien, wo die Truppe von Trainer Huub Stevens im UEFA-Cup-Hinspiel bei Litex Lowetsch um den Einzug in die Gruppenphase spielt. «Gut, dass wir gleich wieder ran müssen, dann geht der Blick nach vorne und wir können uns den Frust gegen Lowetsch rauslaufen und wegschießen», sagte David Jarolim. «Wir hatten durch die Niederlage in Frankfurt den denkbar schlechtesten Start in die englischen Wochen. Jetzt müssen wir uns international beweisen», forderte Bastian Reinhardt. Zu Hause bleiben musste Vincent Kompany, der sich beim 1:2 in Frankfurt eine Adduktorenverletzung zugezogen hat und drei Wochen ausfällt. Die angeschlagenen Paolo Guerrero (Magen-Darm-Grippe), Jerome Boateng und Romeo Castelen (Knöchelblessuren) gehören dagegen zum 19er-Kader. «Paolo hat kein Fieber. Ich hoffe, dass wir die drei wieder hinbekommen», sagte Trainer Stevens, der davor warnt, die Nordbulgarien zu unterschätzen. «Lowetsch hat eine ordentliche Mannschaft und ist stärker als unser letzter Gegner Honved Budapest», behauptete der Niederländer, dem beim Auftritt seiner Mannschaft am Main die Leidenschaft fehlte. Er bemängelte die fehlende Robustheit in den Zweikämpfen, die Disziplin und die fehlende Angriffswucht. «Frankfurt ist aber abgehakt, jetzt zählt nur noch Lowetsch.»
Ganz abgehakt ist das Spiel aber nicht, denn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) setzte eine mündliche Verhandlung für den 20. September an, um über das Verhalten von Thimothee Atouba nach dessen Ellenbogen-Check gegen Albert Streit zu entscheiden. Die Spieler werden sowohl als Angeklagte als auch als Zeugen auftreten. Die Disziplinlosigkeiten seiner Mannschaft will der Verein nicht weiter dulden. «Wir werden in Zukunft die Spieler zur Rechenschaft ziehen», betonte Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer und drohte Geldstrafen an. Seit Sommer 2006 wurden bei den Norddeutschen acht Profis vom Platz gestellt und fehlten dem Team mitunter Wochen. So wie Wiederholungstäter Guy Demel, der nun aber wenigstens international dabei sein kann. Wie der HSV ist auch Pokalfinalist Lowetsch nicht in Top-Form: Bei Spartak Varna kam Litex in der Meisterschaft nur zu einem 0:0 und ist Tabellensechster der A-Liga. «Auswärts sind wir nicht konstant genug», bemängelte Trainer Ferario Spasow, der bei einer Niederlage gegen die Hanseaten schon unter Druck geraten könnte. «Zu Hause in unserem Stadion sind wir stärker», meinte Spasow. Er gewann 1999 mit Litex die Meisterschaft und lässt offensiv spielen. Torgefährlichster Akteur ist der 19-jährige Iwelin Popow. Finanziert wird der Club aus der 42 000-Einwohner-Stadt von dem Öl-Milliardär Grischa Gantschew.
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