Ein UEFA-Cupfinale der Unbekannten
Madrid/Glasgow (dpa) - 15.05.2007, 14:32 Uhr
Andreas Hinkel möchte für Sevilla im UEFA-Cupfinale spielen.
Der FC Sevilla will in der spanischen Nacht von Glasgow die Sterne vom Himmel holen: Der Titelverteidiger geht als klarer Favorit ins UEFA-Cup-Finale gegen den Liga-Rivalen Espanyol Barcelona und will mit einem Coup im Hampden Park die erste von drei Titelchancen einlösen. Dabei will der Ex-Stuttgarter Andreas Hinkel mehr als nur ein Glücksbringer sein für seinen andalusischen Arbeitgeber. «Natürlich will man in einem Finale auf dem Platz stehen, so oft steht man in in seiner Karriere nicht in einem Endspiel», sagte der 17-malige Nationalspieler, der vor dem größten Erfolg seiner Karriere steht aber voraussichtlich zunächst auf der Bank sitzen wird - anders als Christian Poulsen, der zweite Ex-Bundesliga-Profi bei den Südspaniern. Der Ex-Schalker ist beim FC Sevilla längst zu einem Schlüsselspieler geworden. «Ich habe in meiner Karriere noch nicht viel gewonnen, aber wir stehen in dieser Saison in zwei Endspielen, und Meister können wir auch noch werden», meinte der Däne, «ich will diese Spielzeit nicht mit leeren Händen beenden.» Die Rot-Weißen, gegenwärtig Dritter in der Liga und zudem im Pokalfinale, wollen ein Kunststück fertig bringen, das bislang nur Real Madrid in den Jahren 1985 und 1986 geglückt ist: zwei Mal in Folge den UEFA-Pokal gewinnen. Vereinspräsident José María del Nido ist siegessicher: «Wenn wir Normalform erreichen, holen wir den Cup.» Und dann fügt der Clubchef schlitzohrig hinzu: «Nach dem Finale werde ich sagen, wer die spanische Meisterschaft und den Pokal gewinnt.»
In Glasgow treffen die Andalusier jedoch auf einen Außenseiter, der es in sich hat. Espanyol Barcelona hat in dieser Saison keines seiner 14 UEFA-Cupspiele verloren und ist nebenbei mit 32 Treffern das torgefährlichste Team. Die Katalanen, Zwölfter in der Primera Division, schalteten große Clubs wie Werder Bremen oder Benfica Lissabon aus und können es sich sogar leisten, ihren Torjäger Walter Pandiani, mit elf Treffern der erfolgreichste Torschütze des Wettbewerbs, auf die Bank zu setzen. Espanyol hat im UEFA-Pokal noch eine Rechnung offen. Die Blau- Weißen waren 1988 im Finale gegen Bayer Leverkusen erst im Elfmeterschießen gescheitert. «Wir haben nun eine wunderbare Chance zur Wiedergutmachung», meinte Trainer Ernesto Valverde, der das Endspiel 1988 als Spieler miterlebt hatte. Nach dem 3:0-Hinspielsieg hatte Espanyol die Trophäe überraschend noch aus der Hand gegeben. |