Espanyol Barcelona - im Schatten von Barça
Madrid (dpa) - 15.05.2007, 10:59 Uhr
Die Spieler von Espanyol stehen dank des Finaleinzuges einmal nicht im Schatten von Barca.
Der RCD Espanyol Barcelona, der auf dem Weg ins Finale des UEFA-Pokals unter anderen den Favoriten Werder Bremen ausschaltete, gehört zu den Traditionsvereinen in Spanien. Er stand in seiner 107-jährigen Geschichte aber fast immer im Schatten des großen Lokalrivalen FC Barcelona. Sein bislang größter Erfolg war das Erreichen des UEFA-Cup-Finales im Jahr 1988. Damals scheiterten die Blau-Weißen auf dramatische Weise an Bayer Leverkusen. Nach einem 3:0-Hinspielsieg verloren sie in das Rückspiel mit 0:3 - und dann das Elfmeterschießen. Dieses Trauma ist bei den Katalanen unvergessen.
Espanyol war Gründungsmitglied der 1. Liga in Spanien und erzielte das erste Tor der Liga-Geschichte. In der «Ewigen Tabelle» rangiert der Club an sechster Stelle, wurde aber nie Meister. «Los Péricos» (die Papageien) gewannen jedoch in den Jahren 1929, 1940, 2000 und 2006 vier Mal den spanischen Pokal. Zu den herausragenden Spielern gehören der glatzköpfige Regisseur Iván de la Peña sowie der Kapitän und Torjäger Rául Tamudo. Ein Manko des Clubs besteht darin, dass er seit der Sprengung seines Stadions im Stadtteil Sarrià im Jahr 1997 «heimatlos» ist. Seither tragen die Blauweißen ihre Heimspiele im ungeliebten Olympiastadion aus. Espanyol war 1900 von Studenten der Universität Barcelona gegründet worden. Die Gründer gaben dem Verein den Namen Espanyol (Spanisch), um sich von Barça abzuheben, das von Ausländern um den Schweizer Hans Gamper ins Leben gerufen worden war. Der FC Barcelona gilt als das Aushängeschild der Region Katalonien. Dagegen steht Espanyol ein wenig im Ruf, den - bei vielen Katalanen verhassten - spanischen Zentralismus zu repräsentieren.
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