Bayer 04 vor «Spielen auf Messers Schneide»
Leverkusen (dpa) - 07.03.2007, 11:53 Uhr
Carsten Ramelow feiert den Einzug ins UEFA-Cup-Achtelfinale.
Kapitän Carsten Ramelow träumt vom UEFA-Cup-Finale, Chefcoach Michael Skibbe warnt vor Überschätzung und Fahrlässigkeit. «Die Siege in der Bundesliga gegen Schalke und Stuttgart geben Selbstbewusstsein, doch das darf uns nicht dazu verleiten, weniger zu tun», sagte der Ex-Bundestrainer vor dem Achtelfinal-Hinspiel des UEFA-Pokals beim RC Lens. «Es werden Spiele auf Messers Schneide. Kleinigkeiten werden entscheiden, wer weiterkommt.» Mit der von ihm ausgegebenen Taktik, aus kompakter Deckung nach vorne spielen und den Gegner ständig zu beschäftigen, will er das Fundament für den Einzug in die Runde der letzten Acht legen. «Liebend gerne würden wir dafür in Lens eins oder mehrere Tore erzielen», meinte Skibbe. Allerdings konnte er sich am Sonntag als Gast der Partie von Lens bei Olympique Marseille (1:0) von der Stärke des französischen Erstliga-Tabellenzweiten überzeugen. «Lens ist noch mal eine Klasse besser als die Blackburn Rovers. Es ist eine spielstarke und offensivfreudige Mannschaft mit starken Einzelspielern», meinte Skibbe. Dabei hob er vor allem Stürmer Aruna Dindane hervor, der bereits elf Liga-Tore-schoss.
«Wir haben zwei Mal gegen Blackburn gespielt und gezeigt, dass wir auf dem Niveau mithalten können», meinte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler, der einst selbst in Marseille spielte. «Allerdings müssen die Spieler an die Leistungsgrenze gehen.» Die jüngsten Erfolge gegen Bundesliga-Spitzenclubs würden dem Tabellen-Sechsten Auftrieb geben: «Da können wir viel Positives mitnehmen, aber trotz der Siege herrscht nicht gleich eitel Sonnenschein bei uns.» Für Ex-Nationalspieler Carsten Ramelow ist es jedoch Grund genug, nach den teils deprimierenden Hinrunden-Leistungen in Liga eins, wieder Zuversicht zu haben. «Das wird ein hartes Stück Arbeit. Wenn wir gegen Lens weiterkommen, ist alles drin in diesem Wettbewerb», erklärte der Abwehrstratege. «Ich war schon mal in Glasgow und würde gern noch mal hin ins Finale. Ein paar Träume müssen ja erlaubt sein», sagte Ramelow in Erinnerung an das Champions-League-Finale 2002 gegen Real Madrid (1:2). |