Null-Tore-Hertha sucht Ausweg
Berlin (dpa) - 24.02.2006, 15:23 Uhr
Herthas Solomon Okoronkwo (M) wird in Bukarest in die Zange genommen.
Nach dem Aus im UEFA-Pokal sucht die ratlose Hertha weiter verzweifelt den Weg aus der sportlichen Krise. «Wir müssen in absehbarer Zeit die Kurve kriegen», betonte Manager Dieter Hoeneß. Beim 0:2 gegen Rapid Bukarest war der verunsicherte Hauptstadtclub zum fünften Mal nacheinander auf internationaler Bühne ohne Torerfolg geblieben, seit nunmehr schon elf Pflichtspielen warten die Berliner auf einen Sieg. Eine klare Definition für «absehbare Zeit» verweigerte Hoeneß: «Wir haben noch zwölf Spiele Gelegenheit, um die nötigen Punkte für unser Saisonziel zu holen.» Dennoch ist allen klar: Siege müssen her, auch um eine verschärfte Diskussion um Trainer Falko Götz zu verhindern. «Wir brauchen jetzt einen Sieg, um die Wende zu schaffen», betonte Kapitän Arne Friedrich. Und auch der Chefcoach erklärte: «Wir haben genug Blumen bekommen für unser ordentliches Spiel in Bukarest, aber wir müssen Resultate haben.»
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Noch in der Nacht nach dem Ende der Europa-Mission musste Götz mitgereisten Fans den Ausweg beschreiben. Auf dem Bukarester Flughafen Otopeni hatte eine Gruppe von Hertha-Anhängern den Coach gestellt und mit ihm lebhaft debattiert. «Es ging um Personal- und Einstellungsfragen. Ich bin immer bereit, mich vor den Fans zu äußern, auch wenn es kritische Fragen gibt», berichtete Götz. Am Tag danach beschrieb der Trainer die Lage deutlich: «Ich sehe jedes Spiel als Endspiel, nicht für mich, sondern für die Mannschaft.» Der 43-Jährige klammerte sich an die Strohhalme, die in Bukarest als kleine Anzeichen für Besserung ausgemacht wurden. «Die Mannschaft hat mit Herz gespielt und versucht, ehrliche Arbeit abzuliefern. Wir hatten vier große Tormöglichkeiten, da sind wir wieder einen Schritt weiter», erklärte Götz. «Uns fehlt die letzte Abgeklärtheit», betonte Hoeneß und fügte nach der Rückkehr in Berlin an: «Wichtig ist im Fußball, nicht nur das Wollen zu sehen, sondern Erfolg zu haben.» |