«Was will man mehr vom Leben? Ich danke Gott», sagte der 26-jährige Falcao nach dem Duschen überglücklich. Schon vor einem Jahr war dem Kolumbianer im Finale gegen Sporting Braga das entscheidende 1:0 gelungen. Tausende Atlético-Fans versammelten sich unterdessen noch in der Nacht am Neptun-Platz in Madrid, um den Erfolg des Clubs zu feiern, der ausgerechnet als «Filiale» Bilbaos 1903 in der Hauptstadt gegründet wurde. Die Polizei nahm 13 Menschen fest. Auch der Regierungschef Mariano Rajoy gratulierte zum Triumph und meinte, Atlético sei «eines der zur Zeit besten Teams Europas». Den Basken, die auch in ihrem zweiten europäischen Finale nach 1977 als Verlierer den Platz verließen, bleibt immer noch eine Titelchance im Endspiel um den spanischen Pokal gegen den FC Barcelona am 25. Mai. Atlético legte in dem temporeichen und gutklassigen Endspiel einen Blitzstart hin. In der 7. Minute setzte sich «Tiger» Falcao im Strafraum gegen zwei Basken durch und schlenzte den Ball unhaltbar für Torhüter Gorka Iraizoz zum 1:0 in den Winkel. Als Passgeber zeichnete sich einmal mehr der frühere Wolfsburger und Bremer Diego aus, der schon seinen siebten Assist in der Europa League verbuchte. Bilbao brauchte einige Zeit, um sich vom Schock des frühen Rückstands zu erholen, zeigte aber dann ebenfalls seine offensiven Qualitäten. Durch Fernando Llorente (19.) und Iker Muniain (24.), dessen Schuss Atlético-Schlussmann Thibaut Courtois mit Mühe zu fassen bekam, besaßen die Basken gute Chancen zum Ausgleich. Wie man seine Chancen kaltschnäuzig nutzt, bewies aber auf der Gegenseite erneut Falcao. Von Arda Turan mustergültig freigespielt tanzte der Vollblutstürmer mit dem Rücken zum Tor stehend zwei Gegenspieler aus und traf zum 2:0. Bilbao startete druckvoll in die zweiten 45 Minuten und war um den schnellen Anschluss bemüht, aber die Madrilenen gaben das Heft nicht mehr aus der Hand. Und wenn doch etwas vor das Atlético-Tor kam, war der starke Abwehrspieler João Miranda zur Stelle, so etwa in der 46. Minute, als er Muniains scharfe Hereingabe zur Ecke lenkte. In der Schlussphase setzte die Elf von Trainer Marcelo Bielsa alles auf eine Karte, doch nicht nur bei den vergebenen Möglichkeiten von Markel Susaeta (77./79.) dokumentierten die Basken ihre Schwächen im Abschluss. Auf der Gegenseite verhinderte der Pfosten den dritten Falcao-Treffer (80.), doch dann beseitigte Diego mit einem Schuss in die lange Torecke die letzten Zweifel.
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