Stevens Rückkehr - Abkehr vom «zu Null»
Gelsenkirchen (dpa) - 30.09.2011, 10:08 Uhr
Huub Stevens feierte einen erfolgreichen Einstand.
Der Mann im weiß-blauen Trainingsanzug klatschte sich mit allen Umstehenden ab, schüttelte Hände, tauschte herzliche Umarmungen aus. Neun Jahre, vier Monate und 28 Tage nach seinem Abschied von Schalke ließ Huub Stevens seinen Gefühlen freien Lauf. Mit sichtbar großer Dankbarkeit nahm der niederländische Fußball-Lehrer das 3:1 (1:1) gegen Maccabi Haifa zu Beginn seiner zweiten Amtszeit bei den «Königsblauen» zur Kenntnis. «Es war für mich ein emotionaler Tag. Die Rückkehr in die Arena war etwas ganz Besonderes» - Ralf Rangnicks Nachfolger ließ sich von den 49 070 Fans nach dem ersten Sieg und der damit verbundenen Tabellenführung in der Europa-League-Gruppe J feiern. «Der Zuspruch der Zuschauer ist riesengroß», sagte Stevens über die ihn bewegenden Momente und die herzliche Zuneigung der Schalke-Anhänger, die den 57-Jährigen mit Sprechchören feierten.
Es war einfach ein schöner Abend in der Schalker Arena, obwohl trotz des ersten Doppelpacks in der Karriere von Christian Fuchs (8./66. Minute) und des erlösenden Treffers von «Joker» José Manuel Jurado (82.) nicht alles perfekt war. «Wir haben uns mit einigen Fehlpässen selbst in Bedrängnis gebracht, uns sind einige unnötige Ballverluste unterlaufen», kommentierte Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes den Erfolg, der keineswegs restlos überzeugte. Stevens war es fast einerlei, obwohl sein Team nach dem 1:1 von Idan Vered (35.) phasenweise kräftig wackelte. «Natürlich waren Momente dabei, wo ich nicht zufrieden sein kann. Und natürlich gibt es Sachen, die verbesserungswürdig sind», gab Stevens in seiner Analyse bereitwillig Auskunft über die von ihm erkannten Schwachpunkte. Größtes Manko: das Umschalten von der Offensive auf die Defensive. |