Schmadtke-Ziel: 17 Mal ein ausverkauftes Stadion
Sevilla (dpa) - 25.08.2011, 12:36 Uhr
Mit Sportdirektor Jörg Schmadtke geht es bei Hannover 96 stetig bergauf.
Reisen bildet, und das gilt auch im Fußball. Sportdirektor Jörg Schmadtke von Hannover 96 ist viel unterwegs, er beobachtet Spieler und Spiele, von der Junioren-Bundesliga bis nach Belgien. «Manchmal sind es zwei oder drei Partien am Wochenende», berichtete der 47-Jährige, der bei Spielertransfers zuletzt mehrfach den richtigen Riecher hatte. Die Fachzeitschrift «11 Freunde» wählte den ehemaligen Torwart wegen seiner erfolgreichen Personalpolitik sogar zum «Manager der Saison 2010/2011». «Auf diese Auszeichnung kann man stolz sein. Sie zeigt, dass wir bei Hannover 96 im Verbund einen guten Job machen», sagte Schmadtke. Im Verbund meint in diesem Fall auch Clubchef Martin Kind und Trainer Mirko Slomka. Das Trio hat das Sagen bei den Niedersachsen, wobei die Sportliche Leitung Slomka/Schmadtke sich erst zusammenraufen musste. Der sensationelle Platz vier in der vorigen Saison und der Einzug in die Europa League belohnte die Arbeit der beiden Experten, soll aber keine Eintagsfliege bleiben.
Hannover 96 will sich möglichst dauerhaft unter den Top-Teams der Bundesliga etablieren. Eine genaue Platzierung will Schmadtke nicht nennen, er formulierte aber ein anderes Ziel: «Schön wäre es auch, wenn wir 17 Mal in der Saison ein ausverkauftes Stadion hätten.» Eine Aussage, die besonders den Vorstandsvorsitzenden Kind erfreut. Der Unternehmer, der sich geärgert hatte, als zum Saisonstart nur 40 000 statt 49 000 Zuschauer kamen, möchte die Marke «96» weiterentwickeln und sieht dabei in Schmadtke seinen wichtigsten Verbündeten. Am 1. Juli beförderte Kind den Manager zum Geschäftsführer Sport und stattete ihn mit einem unbefristeten Vertrag aus. «Er ist zielstrebig, klar in seinen Vorstellungen, durchsetzungsfähig sowie kompetent in der Auswertung des nationalen und internationalen Fußballs», lobte der Clubchef den Ex-Keeper von Fortuna Düsseldorf, des SC Freiburg und Bayer Leverkusen. Dessen für einen Rheinländer untypische, etwas knorrige Art kommt inzwischen in Hannover immer besser an. |