Falcao, der Torpedo der Tormaschine Porto
Lissabon/Porto (dpa) - 05.05.2011, 23:13 Uhr
Portos Radamel Falcao jubelt nach seinem 16. Treffer in der Europa League.
Radamel Falcao ist der neue Überflieger des europäischen Fußballs und hat nun sogar einen Rekord von Jürgen Klinsmann gebrochen. Auf dem Platz «segelt» kaum einer so schön durch die Lüfte wie der Kolumbianer, der mit seinen Toren am Fließband den neuen portugiesischen Fußballmeister FC Porto glücklich macht und ins Finale der Europa League katapultierte. «Seine Tore sind unglaublich», sagte Porto-Trainer André-Villas Boas vor dem Halbfinal-Rückspiel gegen den spanischen Tabellenvierten FC Villarreal. Dort erzielte Falcao beim 2:3 (1:1) am Donnerstag mit dem 2:1 in der 48. Minute seinen 16. Treffer im laufenden Wettbewerb - und löschte den UEFA-Cup-Torrekord, den Klinsmann für Bayern München in der Saison 1995/96 aufgestellt hatte. Vor allem die Kopfballtreffer des für einen Mittelstürmer kleingewachsenen 1,75-Meter-Mannes sorgen für Erstaunen. Sein «Flug-Rezept» hatte Falcao nach seinem Viererpack beim 5:1-Hinspiel-Erfolg gegen Villareal in Porto ein ums andere Mal verraten müssen: «Mein Papa hat mir das Kopfballspiel beigebracht. Er war ein toller Abwehr-Spieler und hat mir gezeigt, wie man es anstellt, um in der Luft zu schweben», erzählte der 25-Jährige. Die Lehrstunden von Radamel Senior an der Karibik in Falcaos Geburtsstadt Santa Marta zahlen sich immer mehr aus. Inzwischen jagen immer mehr europäische Topclubs den freundlichen jungen Mann.
Tottenham Hotspur soll vergangene Woche insgesamt 45 Millionen Euro für Falcao und dessen brasilianischen Sturmkollegen Hulk geboten haben. Auch die Medien spielen unterdessen verrückt - nicht nur in Portugal. Die argentinische Sportzeitung «Olé» nannte Falcao dieser Tage den «kolumbianischen Messi». Die portugiesische Fachzeitung «O Jogo» erhob den Stürmer gar zum «König». Das sind nicht unbedingt Übertreibungen, wenn man Hulk glaubt. Der Mann, der immerhin schon in der brasilianischen Nationalelf gekickt hat, versichert: «Ich hatte nie so einen tollen Sturmpartner wie Falcao». Die Qualitäten Falcaos erkannten Späher des argentinischen Traditionsclubs River Plate früh. Schon mit 14 musste Klein-Radamel die Koffer packen und ins knapp 6000 Kilometer südlich gelegene Buenos Aires ziehen. Mit River gewann Radamel Falcao García Zárate 2008 die Landesmeisterschaft, zwischen 2005 und 2009 schoss er in 87 Spielen 34 Tore. Von den Fans wurde er dort «El Tigre», der Tiger getauft. Dass am Rio de La Plata ein Supertalent heranreifte, sprach sich bald auch in Europa herum, und im Sommer 2009 wechselte er nach Porto. |