«Polarexpress» Leverkusen: Nun cool gegen VfB
Charkow (dpa) - 18.02.2011, 14:47 Uhr
Die Leverkusener lassen dem Gastgeber Metalist keine Chance.
«Polarexpress» Bayer Leverkusen will nun auch den abstiegsbedrohten VfB Stuttgart überrollen. Nach der kaltblütigen Europa-League-Kür am Donnerstag bei Metalist Charkow (4:0) ist auch das Fußball-Bundesligaduell gegen die Schwaben keine Pflichtübung des Tabellenzweiten. Schließlich gibt es ein Wiedersehen mit dem in Leverkusen nicht allzu beliebten früheren Chefcoach Bruno Labbadia. «Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, es ist ein normales Spiel, gegen den Ex-Trainer zu spielen», sagte Bayer-Kapitän Simon Rolfes. Labbadia hatte im Sommer 2009 die vorzeitige Auflösung seines Vertrages erzwungen, um zum Hamburger SV zu wechseln. Keine normale Partie ist die Sonntags-Begegnung gegen Stuttgart auch für Michael Ballack, der wegen einer Kniereizung nicht mit in die Ukraine geflogen war. «Er hat in Leverkusen trainiert und am Freitag am Mannschaftstraining teilgenommen. Michael wird zum Kader gehören», sagte Heynckes. Den anhaltenden Wirbel um den Mittelfeldstar hält er für normal. «Ich gehe ganz ruhig und sachlich damit um», meinte der 65-Jährige. «Wir hoffen, dass er seine offensichtlichen Defizite bald aufgearbeitet hat.» Eine Einsatzgarantie hat er in der Werkself nicht, wie Heynckes vor einer Woche in Frankfurt demonstrierte, als sich Ballack zwar warm lief, aber nicht zum Einsatz kam.
Erwärmt hat Heynckes, was «Levercoolsen» («Express») bei minus 14 Grad auf gefrorenem Boden gegen Metalist bot. «So ein hohes Ergebnis war nicht vorhersehbar, es ist ein eindrucksvolles Spiel gewesen», lobte Heynckes. «Das ist ein guter Vorsprung, den wollen wir uns nicht mehr nehmen lassen.» Nach den Toren von Eren Derdiyok (22. Minute) und Gonzalo Castro (72.) sorgte Sidney Sam (90./90.+2) mit seinem Doppelpack für den so gut wie sicheren Achtelfinal-Einzug. «Da darf nichts mehr schiefgehen. Wir sind durch», meinte Bayer-Sportchef Rudi Völler mit Blick auf das Rückspiel am kommenden Donnerstag in der BayArena. In der Runde der letzten 16 würde der FC Villareal oder SSC Neapel der nächste Gegner sein. Zuversichtlich ist Völler auch, dass der Tabellenzweite nicht noch den üblichen Rückrunden-Durchhänger bekommt und noch aus den Champions-League-Rängen purzelt. «Unser Kader ist viel flexibler als letztes Jahr, das macht mich optimistischer für die Bundesliga», sagte er. Rotations-Anhänger Heynckes konnte es sich leisten, in Rolfes, Castro, Sami Hyypiä und Stefan Kießling vier Stammkräfte zunächst auf der Bank sitzen zu lassen - ohne großes Murren der Profis. «Es ist Normalität, dass es Positionswechsel gibt», berichtete Rolfes. «Wir haben volle Akkus und wollen in beiden Wettbewerben bis zum Ende Hochleistungssport bieten.» Jetzt komme die etwas vernachlässigte spielerische Komponente wieder zum Tragen. «Wir spielen aus einem Guss», meinte Rolfes.
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