Blutiges Trikot und Auslaufmodell retten Werder
Genua (dpa) - 25.08.2010, 13:26 Uhr
Markus Rosenberg rettete Werder mit seinem Tor in die Verlängerung.
Dieses blutige Trikot gehört ins Vereinsmuseum. Denn das verschmierte Jersey mit der Nummer 19 spielte eine der Hauptrollen in einem der verrücktesten Spiele der Werder-Geschichte - und machte Markus Rosenberg zum Fußball-Helden von Genua. Nur weil der am Kopf verletzte Sandro Wagner entsprechend den Regeln mit dem befleckten Hemd nicht wieder auf das Spielfeld durfte, kam Rosenberg in der 72. Minute zum Einsatz. Ausgerechnet das Bremer Auslaufmodell verhalf dem bei Sampdoria Genua fast schon ausgeschiedenen Bundesligisten mit seinem Treffer zum 1:3 in der Nachspielzeit in die Verlängerung. Claudio Pizarro machte dann mit seinem Tor zum 2:3 den Sprung in die Champions League perfekt. Es ist eine besondere Pointe, dass ein Aussortierter dem Verein die Teilnahme an der «Königsklasse» mit garantierten Einnahmen von rund 15 Millionen Euro ermöglichte. Der Stürmer steht zum Verkauf - auch nach seinem wertvollsten Treffer und dessen unglaublicher Vorgeschichte.
«Plötzlich hieß es, ich muss jetzt schnell rein», berichtete der Angreifer. Wagner war nach einer Behandlung die Rückkehr aufs Feld verwehrt worden, weil für sein blutverschmiertes Trikot kein Ersatz zur Hand war. Der Weg zur Kabine und dem Koffer mit den anderen Hemden war zu weit, so dass Trainer Thomas Schaaf schnell reagieren musste und Rosenberg zu sich zitierte. «Also bin ich rein. Als es soweit war, habe ich nicht viel nachgedacht. Ich sehe die Lücke, und dann schieße ich nur», berichtete der Schwede. «Ich glaube nicht, dass ich ausgewechselt worden wäre», versicherte Wagner, der wegen der Verletzung von Hugo Almeida in die Startelf gerückt war. «Diese Regel ist Schwachsinn», meinte der Stürmer. «Das hätte fünf bis zehn Minuten gedauert, bloß weil ein bisschen Blut auf dem Trikot war.» Trainer Schaaf sagte grinsend: «Wir lernen halt immer dazu. Wir werden jetzt immer noch einen Trikotsatz an die Bank stellen.» |