Nach den Treffern von Giampaolo Pazzini (8./13.) sowie Antonio Cassano (85.) war Bremen praktisch ausgeschieden, ehe Rosenberg in der dritten Minute der Nachspielzeit traf und Claudio Pizzaro (100.) in der Verlängerung alles klar machte. «Manchmal hätten wie gerne auch ein langweiliges Spiel, in dem es ein sicheres Ergebnis gibt», sagte Schaaf, der abgekämpft und angespannt aussah. Werder bot mal wieder eine Zitterpartie. «Die Mannschaft kommt aber immer wieder», lobte der Coach. «Das ist eine große Qualität. Sie hatte schon alles aus den Händen gegeben und ist dann wieder zurückgekommen.» Für die Zuschauer haben Werder-Spiele ihren eigenen Reiz. Langweilig sind sie selten, für die Verantwortlichen können sie hingegen zur Qual werden. «Die Dramaturgie war wunderschön, aber auch sehr nervenaufreibend», gestand Allofs. «Es ging ja auch um einiges. Zehn Millionen Euro Unterschied sind das im Vergleich zur Europa League. Das Fehlen dieser Einnahme hätte uns in unserer Entwicklung zurückgeworfen.» Das Geld soll investiert werden. Trainer und Clubchef wissen, dass ihre Mannschaft solche Kraftakte wie in Genua nicht in jedem der nun folgenden sechs Gruppenspiele abliefern kann, dass der Kader für die Königsklasse nicht stark genug ist. «Da wird noch was passieren», kündigte Allofs an. In der Abwehr ist der Bedarf am größten, vor allem auf den Außenpositionen. Nach Informationen von «Kicker.de» stehen die Bremer vor der Verpflichtung des französischen Nationalspielers Mikael Silvestre, der ablösefrei vom FC Arsenal kommen würde. Geld ist vorhanden: Durch den Transfer von Mesut Özil hat sich Werder innerhalb einer Woche rund 30 Millionen Euro gesichert. Und wie geht es sonst mit der Wundertüte Werder weiter? «Es ist unmöglich, unseren endgültigen Leistungsstand richtig einzuschätzen», sagte Mertesacker. Der Nationalspieler wies noch einmal auf die schwierigen Bedingungen hin, unter denen die Bremer weitergekommen sind: «Wir haben einen sehr wichtigen Spieler abgegeben, hatten einige Verletzte und haben neue Spieler, die ihren Platz finden müssen.»
 |