3:1 gegen Genua: Werder auch ohne Özil bärenstark
Bremen (dpa) - 19.08.2010, 09:14 Uhr
Bremens Kapitän Torsten Frings freut sich nach seinem Elfmetertor zum 2:0.
15 Millionen Euro für Mesut Özil kassiert, weitere 15 Millionen ganz nah: Am Tag nach dem Transfer seines Starspielers zu Real Madrid stellte Werder Bremen im Qualifikations-Hinspiel mit einem 3:1 (0:0)-Sieg gegen Sampdoria Genua die Weichen für den Einzug in die Champions League. «Wir haben aus einem sehr guten Ergebnis ein gutes Ergebnis gemacht», kommentierte Bremens Trainer Thomas Schaaf das Anschlusstor der Italiener in der 90. Minute. «Das schmälert aber nicht die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind», sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf mit Blick auf die zweite Partie am 24. August in Italien. «Ich habe noch Anweisungen gegeben, aber die sind nicht umgesetzt worden», sagte der Trainer zum späten Gegentor. «Das macht schon einen Unterschied», kritisierte Clubchef Klaus Allofs. «So reicht Genua ein 2:0, sonst hätten sie 4:0 gewinnen müssen, um weiter zu kommen», sagte Allofs. Er ist aber für das Rückspiel bei Sampdoria optimistisch: «Wir sind immer für ein Tor gut.»
Tore von Clemens Fritz (51.), Torsten Frings (67./Foulelfmeter) und Claudio Pizarro (69.) stießen für den Vorjahres-Dritten der Fußball-Bundesliga vor 25 276 Zuschauern im Weserstadion das Tor zur Königsklasse weit auf. Giampaolo Pazzini traf in der 90. Minute für die Italiener, die im Rückspiel auf Stefano Lucchini verzichten müssen. Der Abwehrspieler sah in der 67. Minute die Gelb-Rote Karte. «Es ist ärgerlich, dass man sich in Überzahl ein Tor einfängt», merkte Clubchef Klaus Allofs kritisch an. Doch Kapitän Frings beschwichtigte: «Das ist trotzdem ein gutes Polster. Wir sind auch auswärts stark genug, um ein Tor zu machen.» Gegen einen defensiv eingestellten Gegner zeigten die Bremer in der zweiten Halbzeit den nötigen Biss und hatten auch Glück, dass Rechtsfuß Fritz mit der linken «Klebe» zur Führung in den Torwinkel traf (Schaaf: «Traumhaft schön»). Gegen zehn Italiener hatte der Bundesligist anschließend leichteres Spiel. Aaron Hunt, der auf der Spielmacher-Position agierte, lieferte eine starke Partie und war in seinen Aktionen wesentlich effizienter als der Özil der vergangenen Rückrunde im Werder-Trikot. Neben ihm blühte auch Tim Borowski auf und sorgte mit für die Bremer Dominanz im Mittelfeld. Da konnten es die Hausherren verschmerzen, dass die Angreifer lange Zeit wirkungslos blieben. |