Bei van Gaal ist der gehandelte Rekordgehalt-Vertrag bis 2015 für den im Finale gesperrten Ribéry in den Stunden vor dem Duell gegen Inter kein Thema. Viel Fantasie benötigt man aber nicht, um sich vorzustellen, was am Sonntag bei einer Titel-Sause auf dem Marienplatz los sein würde, wenn dort «Feier-Biest» van Gaal die nächste Party-Performance hinlegen würde und Ribéry den Zehntausenden seinen Verbleib zurufen würde. «Ich lebe in der Gegenwart und wir müssen abwarten und sehen, ob wir die Gewinner sind. Inter Mailand ist ein schwerer Gegner, das haben sie gegen Chelsea und Barcelona bewiesen», betonte der Coach - «froh, dass ganz Deutschland hinter uns steht». Und auf der Tribüne drücken die Altstars von 2001 die Daumen. Kahn, Effenberg und Co. holten den Cup zuletzt nach München. Während die Vertragsgerüchte um Ribery den Bayern Rückenwind geben dürften, ist man auf Mailänder Seite ob der immer heißeren Real-Spekulationen um Mourinho angefressen. Die Inter-Spieler werden in Madrid rund um die Uhr von der Öffentlichkeit abgeschirmt, nur zum Abschlusstraining auf dem Gelände von Real verließen sie ihre Hotelzimmer. Präsident Massimo Moratti ist bereits sichtlich genervt vom Thema Mourinho. «Es gibt nichts Neues», sagte er nach seiner Ankunft in Madrid. Zum Spiel wurde er kaum gefragt. Immerhin sind bei Inter alle Spieler fit - wie auch bei den Münchnern. Nur auf den gesperrten Thiago Motta muss Mourinho verzichten. Spätestens nach dem WM-Aus für Michael Ballack werden noch mehr Augen auf Schweinsteiger gerichtet sein. Kann er die Mannschaft in diesem großen Spiel (mit-)führen? «Das belastet mich überhaupt nicht. Ich bin hier bei Bayern München und nicht bei der Nationalmannschaft», betonte Schweinsteiger. «Es zählt einzig allein das Finale.» Ein großer Daumendrücker wird aber auch der Bundestrainer sein. «Natürlich kann jetzt die Krönung erfolgen», erklärte Bundestrainer Joachim Löw, «aber selbst bei einer Niederlage können die Bayern stolz sein auf das, was sie geleistet haben.» Auch Uli Hoeneß würde sich die Saison selbst im Falle des nicht erwarteten Misserfolgs nicht madig machen lassen. Selbst beim so erfahrenen Vereinspräsident war das Kribbeln vor der Partie in der spanischen Hauptstadt noch größer als sonst. «Dieses Mal wird es bestimmt auch anders als beim Pokalfinale in Berlin. Dieser Wettbewerb hat eine andere Qualität und eine andere Tragweite. Das wird dann auch nicht spurlos an mir vorbeigehen», schwärmte der langjährige Manager schon im Vorfeld. Das Abschlusstraining am Vorabend des Spiels absolvierten die Bayern mit dem kompletten, einsatzfähigen Kader. Rund eine Stunde dauert die Einheit im Bernabéu-Stadion. «Das Finale wird ein Duell auf Augenhöhe. Aber ich glaube an die Mannschaft und glaube, dass wir das Spiel gewinnen werden», sagte Sportdirektor Christian Nerlinger am Rande des Trainings.
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