Der Beliebtheitsgrad des polarisierenden Clubs ist in den vergangenen Wochen in die Höhe geschnellt. Die Mannschaft spielt unter Erfolgstrainer Louis van Gaal nicht nur erfolgreich, sondern zum Teil auch überaus schön. «Überall bekommt man Glückwünsche auf dem Weg», berichtete Nationaltorwart Jörg Butt auf dem Weg zum erhofften bayerischen Pfingstmärchen. Selbst DFB-Boss Theo Zwanziger erfreut sich am Durchmarsch der Bayern ins Finale. «Ich bin stolz auf die Bayern. Besonders auch auf den Trainer. Louis van Gaal hat sich nicht nur an großen Namen und den Transfersummen orientiert, sondern hat auch den Mut gehabt, jungen Spielern - auch deutschen - eine Chance zu geben», betonte der Präsident. Nur noch einen Schritt müssen die Münchner bis zum Eintrag in den Fußball-Geschichtsbücher gehen. Aber auch Inter Mailand kann als Double-Gewinner in Italien mit dem Ex-Münchner Lucio in der Verteidigung den historischen Erfolg landen. «Wir sind bereit und hochmotiviert für ein großartiges Finale», kündigte Inter-Kapitän Javier Zanetti in Madrid an. Ausgerechnet der «Inter-Opa» (Bild) soll die Kreise von Turbo-Mann Robben einengen. Im Halbfinale stoppte das Inter-Bollwerk keinen Geringeren als den Weltbesten Lionel Messi. Feiern wollen die Bayern so oder so mit ihren Fans - am Sonntag nach der Rückkehr auf dem Marienplatz. Und selbst eine Niederlage, «würde aber auch überhaupt nichts von dieser Saison wegnehmen. Was wir erreicht haben an Freude, Leidenschaft und Spaß bei den Zuschauern, aber auch bei den Umsätzen im Fanartikelbereich, neuen Sponsoren und neuen Rekordumsätzen, ist unfassbar», betonte Präsident Uli Hoeneß, der das Team zuletzt zeitweise «über den Platz schweben» sah. Und auch Amtsvorgänger Franz Beckenbauer sieht beste Chancen, «denn die Bayern sind sagenhaft gut drauf». Gut in Form zeigte sich auch Mourinho. Vor dem Anpfiff stellte er sich - zumindest im Gastgeberland - in den Vordergrund. Während sich Spaniens Medien noch kaum für das Endspiel in Madrid und den deutschen Rekordmeister interessieren, beherrscht der als neuer Trainer von Real Madrid gehandelte Portugiese die Schlagzeilen. Der exzentrische Coach kann ebenso wie van Gaal Geschichte schreiben. Als dritter Trainer nach Ernst Happel und Ottmar Hitzfeld könnten einer der beiden den «Pott» mit zwei verschiedenen Clubs gewinnen. Als 14. Spieler würde Kapitän Mark van Bommel dieses Kunststück glücken. Und Ivica Olic braucht nur noch einen Treffer, um als erster Profi aus Deutschland seit dem früheren Bremer Wynton Rufer 1994 wieder die Torjägerkrone zu holen. Noch führt hier Messi (FC Barcelona) mit acht Treffern. «Wenn ich gut und konzentriert spiele, kann ich vielleicht ein Tor machen», sagte der Kroate, «aber wichtiger ist, dass wir gewinnen.»
 |