Madrid (dpa) - Das kurioseste Tor fiel im Stadion Bernabéu schon vor dem Anpfiff. Am 1. April 1998 verschob sich der Beginn des Halbfinales der Champions League zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund um 76 Minuten, weil Fans beim Erklimmen eines Zaunes auch das daran befestigte Tor niederrissen.
«Noch nie hätte ein Tor einem Spiel so gut getan wie heute», witzelte damals Marcel Reif, der später für das Rededuell mit Günther Jauch ausgezeichnet wurde. In einem der bedeutendsten Fußball-Tempel Europas wurden aber nicht nur kuriose, sondern auch schon zu Genüge sportliche Geschichten geschrieben. Nur wenige Stadien in Europa haben einen solchen Mythos wie die am 14. Dezember 1947 eröffnete Arena, die später nach dem damaligen Vereinspräsidenten Santiago Bernabéu benannt wurde. Und die Heimat von Real Madrid, in der heute mehr als 80 000 Menschen, aber zeitweise auch mehr als 120 000 Platz fanden, bietet für die Bayern auch ein gutes Omen: Auf dem Weg zum Königsklassen-Titel 2001 siegten sie dort im Halbfinale 1:0.
Nur einmal, 1957, konnten die Königlichen den Pokal in der heimischen Arena einheimsen. Damals gab es ein 2:0 gegen Florenz. Auch die spanische Nationalmannschaft durfte einmal im Bernabéu- Stadion einen Titel feiern: 1964 holte sie den EM-Titel durch einen 2:1-Sieg gegen die UdSSR mit Torwart-Legende Lew Jaschin.
Für deutsche Mannschaften gab es bislang in Finals nicht viel zu holen. 1980 unterlag der Hamburger SV dem Team von Nottingham Forest mit 0:1. Zwei Jahre später verlor die deutsche Nationalmannschaft das WM-Finale, ausgerechnet gegen Italien, mit 1:3.
Hart umkämpft waren auch immer die Bayern-Duelle in der Heimat von Real. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. 1976 sprang ein Fan über die Umzäunung und attackierte den Schiedsrichter. Erst Münchens Torwart Sepp Maier beendete den Angriffslauf.