«Mann für alle Fälle»: Altintop ersetzt Ribéry
München (dpa) - 19.05.2010, 16:34 Uhr
Franck Ribéry (l) und Hamit Altintop feiern die deutsche Meisterschaft.
Der gesperrte Franck Ribéry kann nur auf der Tribüne die Daumen drücken, auf dem Feld soll es Hamit Altintop als «Mann für alle Fälle» richten. Im Champions-League-Viertelfinale gegen Manchester vertrat er Arjen Robben, eine Runde später glänzte er in Lyon als Ribéry-Vertreter - nun will der türkische Fußball- Nationalspieler im Finale von Madrid seinen Beitrag zum Triple leisten. «Wir wollen als Mannschaft erfolgreich sein und Geschichte schreiben», sagte der Mittelfeldmann des FC Bayern. «Ich freue mich drauf, weil man ein ganzes Jahr intensiv und hart dafür gearbeitet hat», erklärte der 27-Jährige, dem der FC Bayern seit seinem Wechsel 2007 ans Herz gewachsen ist. Erst recht im Erfolg. 25 Saisonspiele in drei Wettbewerben hat der Mittelfeldakteur mit dem hervorragenden Schuss auf dem Konto. Zwischenzeitlich schien Altintop ein bisschen ins Abseits geraten zu sein. Aber spätestens als es in die wichtigen Spiele der Saison ging, war der Türke voll da. «Ich war immer dabei, vielleicht für Euch nicht», entgegnete der EM-Dritte von 2008 den Journalisten. Am Ende zu gewinnen sei das Wichtigste, betonte er. «Die persönlichen Eitelkeiten haben wir seit Wochen und seit Monaten zur Seite gelegt. Deshalb haben wir auch die entscheidenden Treffer gelandet. Das macht ein Kollektiv aus, das man miteinander an einem Strang zieht.»
Riesengroß ist die Altintops Vorfreude, niedergeschlagen ist der Mann, der eigentlich an seiner Stelle aufgelaufen wäre und zaubern wollte. «Franck ist traurig, dass er das Finale nicht spielen kann, denn jeder Spieler träumt davon. Er ist jetzt durch die WM motiviert», verriet Ribéry-Kumpel Daniel van Buyten über den derzeit bei seiner Nationalmannschaft weilenden Franzosen. Beim Endspiel soll Ribéry dann aber als Glücksbringer vor Ort sein. Seine Halbfinal-Aufgabe in Lyon (3:0), Altintops erster Einsatz auf links seit Wattenscheider Regionalliga-Zeiten, löste der Ex-Schalker mit Bravour. Und schon im Viertelfinal-Hinspiel gegen Manchester United (2:1) startete der türkische Nationalspieler praktisch von 0 auf 100 durch, als er in seinem erst zweiten Pflichtspiel-Einsatz 2010 von Beginn an den leicht angeschlagenen Robben auf der rechten Seite glänzend ersetzte. |