Nach der Double-Party gab der FC Bayern München ohne Franck Ribéry im Training den Startschuss für die «Woche des Jahres» - 540 Kilometer entfernt kämpfte der französische Fußball-Nationalspieler um seine Teilnahme am großen Finale gegen Inter Mailand.
Vor dem Internationalen Gerichtshof CAS in Lausanne traten Ribéry und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge auf, um die Drei-Spiele-Sperre des Franzosen zu reduzieren lassen. Die Urteilsverkündung - und damit die Entscheidung über Ribérys Endspiel- Traum - wird am Dienstag erwartet.
«Bis zum letzten Atemzug werden wir versuchen hinzukriegen, dass Franck Ribéry im Finale dabei ist. Ich bin schon ein bisschen optimistisch, dass es noch eine Chance gibt. Wir haben jetzt eine Fifty-Fifty-Chance», hatte Rummenigge im Vorfeld angekündigt. Ribéry und Rummenigge nahmen in dunklen Anzügen im Verhandlungsraum des CAS in Lausanne Platz, um ihren Standpunkt abermals zu vertreten. Beim Berufungssenat der Europäischen Fußball-Union (UEFA) war der Fußball-Rekordmeister vor knapp zwei Wochen gescheitert.
«Für uns wäre es natürlich gut, wenn er spielen würde», sagte Außenverteidiger Philipp Lahm. «Auch als Fan würde ich so einen Spieler gerne im Finale sehen.» Der Nationalspieler betonte aber auch, dass das Team ohne Ribéry ebenfalls schon gute Spiele absolviert habe. «Wir haben gezeigt wie zum Beispiel in Lyon, dass wir das kompensieren können.» Damals vertrat Hamit Altintop den Franzosen mit einer bemerkenswerten Leistung.
Sollte Ribéry fehlen, könnte sein 40. Tor im 112. Pflichtspiel im Pokal gegen Bremen sein letztes für die Münchner gewesen sein. Denn die Chancen, ob er bleibe oder gehe, bezifferte der bis 2011 vertraglich gebundene Ribéry zuletzt auf 50:50. Der Bayern-Vorstand setzt aber auch für die neue Saison auf den französischen Fußball-Künstler und zeigte sich zuletzt gar optimistisch in Sachen Vertragsverlängerung.
Ob gegen Inter Mailand mit oder ohne Ribéry - in Madrid soll das Triple her. Lautstark gab Trainer Louis van Gaal an der Säbener Straße wieder die Kommandos. Alles soll getan werden, damit der Traum vom historischen Triumph erfüllt werden kann. «Aber es gibt auch viele Faktoren, die man nicht kontrollieren kann», warnte van Gaal - und zählte unter anderem die Aschewolke auf. «Falls die Aschewolke kommt und das Publikum nicht nach Madrid kommen kann, dürfen wir nicht spielen», sagte der Niederländer, dessen eigenes Team Notpläne für die Reise nach Spanien hat. Denn man spiele Fußball für die Fans und nicht für die Medien oder Funktionäre.
Am Dienstag dürfen die Münchner Profis noch einmal durchschnaufen, von Mittwoch an beginnt der Feinschliff für das Finale. «Wir bereiten uns optimal für das Spiel am Samstag vor», betonte Ivica Olic. Und auch die Pokalfeier sei kein Problem. Man habe nach der Meisterschaftsfeier eine Woche später gegen Bremen «das ganze Spiel dominiert», betonte Olic, der im Finale selbst noch Chancen auch die Torjägerkrone der Königsklasse hat. Hier führt Lionel Messi vom FC Barcelona mit acht Treffern und damit einem Tor mehr als der Kroate vom FC Bayern.
Gespannt warteten Olic & Co. auf die Entscheidung aus der Schweiz. Beim Halbfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Lyon hatte Ribéry vor zwei Wochen nach einem Foul gegen Olympique-Stürmer Lisandro Lopez Rot gesehen. Die UEFA wertete die Aktion als Tätlichkeit und verhängte eine Sperre von drei Spielen gegen den Franzosen. Vor allem die Einstufung des Fouls als Tätlichkeit stieß beim FC Bayern auf Unverständnis. «Wir können diese Entscheidung in keiner Weise nachvollziehen und halten sie für absolut falsch. Der Vorwurf der Tätlichkeit trifft hier nicht zu», argumentierte der deutsche Rekordmeister.