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Fall Ribéry: Hoeneß kritisiert UEFA

München (dpa) - 07.05.2010, 12:47 Uhr

Franck Ribéry (l) tritt Lisandro Lopez auf den Knöchel.
Franck Ribéry (l) tritt Lisandro Lopez auf den Knöchel.

Die bestätigte Sperre von Franck Ribéry im Champions-League-Finale hat Bayern Münchens Präsidenten Uli Hoeneß auf die Palme gebracht. Der Verband sei in seinem Urteil nicht objektiv gewesen, so Hoeneß' Vorwurf gegen die Europäische Fußball-Union (UEFA).

«In der UEFA sind zu viele Italiener, die Interessen haben. Der Schiedsrichter war ein Italiener, unter den Leuten, die bei der UEFA aktiv sind, sind viele Italiener. Und kein einziger Deutscher. Da hast du wenig moralische Unterstützung», sagte Hoeneß in München bei der Verleihung des Zivilcouragepreises der Stiftung «Bündnis für Kinder».

Die UEFA hatte Ribéry nach dessen Roter Karte im Halbfinal- Hinspiel der Champions League gegen Olympique Lyon für drei Spiele gesperrt und bei der Berufungsverhandlung die Strafe nach dem Einspruch der Bayern bestätigt. Der französische Nationalspieler fehlt damit im Finale gegen Inter Mailand am 22. Mai in Madrid, falls die Bayern Ribéry vor dem Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne (CAS) nicht doch noch freibekommen. Der Rekordmeister rechnet nach Angaben vom Freitag für Mitte nächster Woche mit einer CAS-Entscheidung, die im schriftlichen Verfahren gefällt werde.

«Ich rechne mir gute Chancen aus», sagte Hoeneß, während sich Trainer Louis van Gaal am Freitag mit öffentlichen Äußerungen bewusst zurückhielt: «Ich werde nichts sagen, will das Verfahren nicht beeinflussen.» Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge hatte unmittelbar nach der Berufungsverhandlung am UEFA-Sitz im schweizerischen Nyon angekündigt, dass der Verein nicht aufgibt: «Wir werden weiter um Gerechtigkeit kämpfen.»

Sportanwalt Christoph Schickhardt sieht die Bayern «einwandfrei im Recht. An dieser Feststellung gibt es keinen Zweifel», sagte der Jurist in der Münchner «tz». Die Attacke von Ribéry gegen Lyons Lisandro Lopez sei «eben nur ein grobes Foulspiel, aber keine Tätlichkeit» gewesen. Schickhardt bewertet das UEFA-Urteil als Fehlentscheidung. «In jedem Fall ist es richtig, dass die Bayern diesen Weg gehen.» Er hält die Chancen sogar für «gut».


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