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Keine Gnade für Ribéry - FC Bayern zieht vor CAS

Nyon (dpa) - 05.05.2010, 23:12 Uhr

Nach der Entscheidung des UEFA-Berufungssenates verlässt Franck Ribery das Gerichtsgebäude.
Nach der Entscheidung des UEFA-Berufungssenates verlässt Franck Ribery das Gerichtsgebäude.

Keine Gnade für Franck Ribéry: Ohne seinen französischen Mittelfeld-Antreiber muss der deutsche Fußball-Rekordmeister FC Bayern München das Finale in der Champions League gegen Inter Mailand angehen.

Der Berufungssenat der Europäischen Fußball-Union (UEFA) wies im schweizerischen Nyon den Einspruch der Münchner gegen die Sperre von drei Spielen ab. Damit muss Bayern-Coach Louis van Gaal am 22. Mai in Madrid auf den französischen Nationalspieler verzichten.

Allerdings will der FC Bayern den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne anrufen. «Wir werden weiter um Gerechtigkeit kämpfen, damit Franck Ribéry das Finale der Champions League trotz der Bestätigung der Sperre doch noch spielen kann», erklärte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

«Das Urteil ist viel zu hart», sagte er dem TV-Sender «Sport1» tief enttäuscht. «Und wir können es nach wie vor nicht nachvollziehen, dass dieses Foulspiel als Tätlichkeit gewertet wird. Wir haben der UEFA unmittelbar nach der Urteilsverkündung mitgeteilt, dass wir auch gegen dieses Urteil in die Berufung gehen werden», erklärte Rummenigge wenig später in einer Erklärung des Vereins. Ribéry hatte vor zwei Wochen im Halbfinal-Hinspiel gegen Olympique Lyon (1:0) die Rote Karte gesehen und deshalb schon im Rückspiel gefehlt.

Auch der persönliche Einsatz von Rummenigge nutzte im Kampf um die erhoffte Finalteilnahme Ribérys nichts. «Wir haben unsere Argumente klar aufgestellt und maximal auf grobes Foulspiel plädiert. Das Gericht ist leider unserer Verteidigung nicht gefolgt», sagte der Vorstandschef. «Der Senat hat diesen Fall selbst als Grenzfall bewertet. Trotzdem ist der dreiköpfige Senat leider nicht dem Plädoyer des FC Bayern gefolgt», erklärte Rummenigge. «Wir sind über dieses Urteil sehr enttäuscht.»


Damit kann der Franzose voraussichtlich erst in der kommenden Saison wieder in der europäischen Königsklasse auflaufen. Ob er dann noch beim FC Bayern weilt, wird sich noch Wochen entscheiden.

Damit fand Ribérys ganz persönliche Saison beim FC Bayern nicht wie erhofft ein versöhnliches Ende. «Der schlimmste Moment meiner Karriere waren die ersten sechs Monate in dieser Saison, als ich mich am Knie verletzt habe», hatte der Franzose zuvor bereits eine bittere Bilanz im WM-Jahr gezogen. Nun fehlt er auch beim Höhepunkt in der europäischen Königsklasse.

Beim Halbfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Lyon hatte Ribéry vor zwei Wochen nach einem Foul gegen Olympique-Stürmer Lisandro Lopez Rot gesehen. Die UEFA wertete die Aktion als Tätlichkeit und verhängte eine Sperre von drei Spielen gegen den Franzosen. Vor allem die Einstufung des Fouls als Tätlichkeit stieß beim FC Bayern auf Unverständnis. «Wir können diese Entscheidung in keiner Weise nachvollziehen und halten sie für absolut falsch. Der Vorwurf der Tätlichkeit trifft hier nicht zu», argumentierte der deutsche Rekordmeister.

Unterstützung hatte Ribéry vor der Berufungsverhandlung auch vom gefoulten Gegenspieler Lopez erhalten. «Ribéry hatte keine böse Absicht. Wir sind beide auf den Ball gegangen. Ich war nur vor ihm da», sagte der Olympique-Angreifer. «Jeder, der schon einmal Fußball gespielt hat, hat akzeptiert, dass das alles war, nur keine Tätlichkeit», betonte Bayern-Chef Rummenigge. «Wir werden kämpfen. Das sind wir uns und speziell Franck schuldig.»

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