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Adiós Barça, ciao Bayern! - Inter feiert Mourinho

Mailand (dpa) - 29.04.2010, 13:35 Uhr

Die Fans umlagern am Mailänder Flughafen Inter-Coach Jose Mourinho.
Die Fans umlagern am Mailänder Flughafen Inter-Coach Jose Mourinho.

Die Fußball-Künstler des FC Barcelona sind an Inter Mailands Catenaccio zerschellt. Mit nur zehn Mann mauerte sich der aufopferungsvoll kämpfende italienische Meister beim 0:1 im Camp-Nou-Stadion ins Finale der Champions League gegen den FC Bayern München.

«Das war die schönste Niederlage meines Lebens. Meine Helden haben ihr Blut gegeben», sagte der umjubelte Inter-Trainer José Mourinho im Überschwang der Gefühle. Barça-Coach Josep Guardiola versuchte derweil, seine Spieler aufzumuntern: «Wir müssen nach vorne schauen und uns auf den Gewinn der Liga konzentrieren.»

Nach dem 3:1 im Halbfinal-Hinspiel in Mailand stürzte «Grande Inter» den Titelverteidiger mit der süßesten Niederlage seiner Vereinsgeschichte vom Thron und Italien in einen Freudentaumel. Rund 5000 Tifosi empfingen ihre Helden noch in der Nacht am Mailander Flughafen und feierten Inters ersten Einzug ins Champions-League-Finale seit 38 Jahren. Italiens Presse überschlug sich mit Lobeshymnen. «Vamos a Madrid» titelte die «Gazzetta dello Sport». Mourinhos «heldenhafte Löwen» hätten in Barcelona «eine Mauer des Ruhms» errichtet, an der Barças Sturmlauf abgeprallt sei. Der «Corriere dello Sport» schrieb vom Spiel der «zehn Gladiatoren gegen schüchterne und arrogante Ballkünstler».

Die spanischen Medien kritisierten zwar den «hässlichen» Defensiv-Fußball der Italiener, mussten aber einräumen, dass dieser erfolgreich war. 76 Prozent Ballbesitz reichten nicht, selbst Superstar Lionel Messi wurde von der Inter-Abwehr ausgeschaltet. «Der FC Barcelona war machtlos. Das Spiel geriet zur Tortur», befand «El País». Barcelonas Sportpresse versuchte, dem Team Mut zu machen. «Ihr seid ausgeschieden wie ein Champion, wir sind stolz auf euch», titelte «Sport». Die Madrider Blätter konnten sich die Schadenfreude dagegen kaum verkneifen. «Mou, du hast es verdient - den Einzug in das Finale und den Wechsel zu Real Madrid», schrieb «Marca», das Mourinho bereits als künftigen Coach der «Königlichen» sieht.

Nach dem Triumph warnte Inter-Verteidiger Lucio die Fans vor verfrühtem Jubel. «Das Finale gegen Bayern haben wir noch nicht gewonnen», meinte der Ex-Münchner, und auch der «Corriere della Sera» riet gegen die Bayern von «Sheriff van Gaal» zur Vorsicht. Vor dem Niederländer haben die Italiener einen ähnlichen Respekt wie vor Mourinho, der von den Gazetten als «Magier und Taktikgenie» gefeiert wurde. Inter-Präsident Massimo Moratti verglich ihn sogar mit dem legendären Helenio Herrera, der die Mailänder 1964 und 1965 zum Sieg im Landesmeister-Wettbewerb geführt hatte. «Dank Mourinho fühle ich mich jünger. Wie schön, ihn nach dem Schlusspfiff auf dem Rasen tanzen zu sehen», sagte der 64-jährige Ölmagnat.


Die 90 000 Barcelona-Fans hätten «Mou» für seine provozierende Siegerpose dagegen am liebsten aus dem Stadion gejagt, zumal er über das gesamte Spielfeld lief, um mit den angereisten Tifosi zu jubeln. Dabei kam es zu einem Gerangel mit Barça-Torwart Víctor Valdés, der versuchte, den Portugiesen aufzuhalten. Der Verein stellte schließlich die Rasensprenger an und ließ die Feier Inters sprichwörtlich ins Wasser fallen.

Mourinho genoss seinen Triumph: «Diese Nacht war schöner als mein Champions Sieg mit dem FC Porto», meinte der 47-Jährige und fügte an: «Über dieses Spiel wird man noch in 40 Jahren sprechen!» Nachdem er Thiago Motta in der 28. Minute durch die Rote Karte verloren hatte, beorderte Mourinho sein gesamtes Team zur Abwehrschlacht vor den eigenen Strafraum. «Thiagos Platzverweis hat uns nur noch mehr motiviert», sagte Lucio, der mit seinen Abwehrkollegen Barças Messi und Zlatan Ibrahimovic zur Verzweiflung trieb. Nur Gerard Piqué überwand in der 84. Minute das Inter-Bollwerk. «Wir sind eben unzerstörbar», protzte Inter-Kapitän Javier Zanetti vor dem Finale am 22. Mai in Madrid gegen die Bayern.

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