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Lyon enttäuscht Frankreich: «Kampflos ergeben»

Lyon (dpa) - 22.04.2010, 15:49 Uhr

Lyon-Coach Claude Puel muss die Niederlage beim FC Bayern verarbeiten.
Lyon-Coach Claude Puel muss die Niederlage beim FC Bayern verarbeiten.

Fußball-Frankreich hat Olympique Lyon nach der 0:1-Niederlage bei Bayern München mit viel Kritik empfangen.

Die Elf von Trainer Claude Puel habe sich «kampflos ergeben», klagte das Sportblatt «L'Équipe». Das Ergebnis sei eine schwere Hypothek für den Kampf um das Erreichen des Champions-League-Finales. Die Zeitung «Le Parisien» fordert: «Da muss (beim Rückspiel) viel mehr kommen». Lyon habe einfach vergessen, das Hinspiel zu spielen. Auch Ex-Nationalspieler Emmanuel Petit sparte nicht mit Tadel: «Lyon war Gefangener des eigenen taktischen Schemas».

Lob gab es dagegen für die Bayern, besonders für Torschütze Arjen Robben. «Robben 1 - Lyon 0», titelte «France Football» in der Onlineausgabe. Das Fachmagazin würdigte auch die Leistung von Bastian Schweinsteiger. «Er ist der Xavi des FC Bayern», hieß es in Anspielung auf den Mittelfeld-«Motor» des FC Barcelona. «L'Équipe» schrieb, die Bayern hätten Lyon klar dominiert. Die Chancen des siebenmaligen französischen Meisters der Jahre 2002 bis 2008 seien durch das Hinspiel-Ergebnis von 50 auf 40 Prozent reduziert worden.

Einige Lyon-Profis gaben unterdessen der Vulkanasche aus Island die Schuld an der Niederlage. «Uns ist genau das Gleiche widerfahren wie Barcelona am Vortag (beim 1:3 in Mailand). Die Explosivität hat gefehlt», sagte der Schwede Kim Källström. In dieselbe Kerbe schlug der Bosnier Miralem Pjanic: «Wir waren wegen der Busreise sehr müde, aber das soll keine Entschuldigung sein. Wir müssen viel mehr zeigen und alles tun, um das Rückspiel zu gewinnen». «Einfach frustriert» war der Brasilianer Michel Bastos: «Wir haben tatenlos zugeschaut».

Clubchef Jean-Michel Aulas setzt für die Revanche auf das Publikum. «Mit der tollen Unterstützung unserer Fans können wir es schaffen, noch ist alles drin.» Inmitten der Tristesse gab es in Lyon aber auch gute Nachrichten. Die angeschlagenen Innenverteidiger Jean- Alain Boumsong, Mathieu Bodmer und Dejan Lovren nahmen am Donnerstag das Training wieder auf. Einer von ihnen soll den nach seinem Platzverweis in München gesperrten Jérémy Toulalan ersetzen.


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