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1:0 gegen Lyon: Bayern dank Robben auf Finalkurs

München (dpa) - 22.04.2010, 09:15 Uhr

Bayern-Star Arjen Robben hat wieder das entscheidende Tor geschossen.
Bayern-Star Arjen Robben hat wieder das entscheidende Tor geschossen.

Kunstschütze Arjen Robben hat für den FC Bayern München trotz einer Roten Karte gegen Franck Ribéry das Tor zum Endspiel aufgestoßen. Mit seinem vierten Champions-League-Treffer sorgte der Niederländer für den verdienten 1:0 (0:0)-Sieg gegen Olympique Lyon.

«Wir haben so gespielt, wie eine Final-Mannschaft spielen muss», schwärmte Vereinspräsident Uli Hoeneß nach dem Sieg. «Ich glaube, wir können nicht total entspannt nach Lyon fahren, aber mit großer Zuversicht», sagte er.

Mit diesem Sieg verschaffte sich der deutsche Fußball-Rekordmeister neun Jahre nach dem Final-Triumph von Mailand eine günstige Ausgangsposition für das Halbfinal-Rückspiel am 27. April in Frankreich. Am Ende durften 66 000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz-Arena über Robbens Siegtor in der 69. Minute jubeln. Nach dem umstrittenen Platzverweis für Ribéry (37.) hatte blankes Entsetzen geherrscht. Nach Gelb-Rot gegen Jeremy Toulalan (54.) musste auch Olympique die Partie zu zehnt beenden.

«Das ist ein sehr gutes Ergebnis, denn wir sind auch in Lyon in der Lage, ein Tor zu machen. Wir haben eine fantastische zweite Halbzeit gespielt. Robben ist ein toller Spieler. Wir können froh sein, dass wir ihn haben», sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge. Robben reagierte bei seiner Auswechslung kurz vor Schluss stinksauer, weil er das Gefühl hatte, noch ein weiteres Tor erzielen zu können. «Meine Reaktion war nicht gut, emotional und nicht professionell», entschuldigte sich Robben beim Team und bei Trainer Louis van Gaal, der lieber den knappen Sieg sichern wollte: «1:0 ist ein sehr gutes Resultat, da mussten wir kein Risiko mehr nehmen.»Ein «sehr, sehr gutes Spiel» bescheinigte Abwehrspieler Philipp Lahm seiner Mannschaft. Er habe sich gewünscht, «dass wir noch ein Tor mehr gemacht hätten», sagte Bastian Schweinsteiger.

Ribéry, der sich bis dahin völlig unbeeindruckt von dem Wirbel um seine Sexaffäre gezeigt hatte, wurde von Schiedsrichter Roberto Rosetti nach einem Foul an Lisandro Lopez in die Kabine geschickt. Der Italiener bewertete die Aktion des Franzosen als rot-würdig und brachte mit der harten Entscheidung das Publikum gegen sich auf. Für Ribéry dürfte damit die Saison in der Königsklasse beendet sein.


«Das war deutlich zu hart. Ich glaube, man hat gesehen, dass er den Ball treffen wollte», kommentierte Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger die Szene. Neben Ribéry wird den Münchnern im Rückspiel auch Danijel Pranjic fehlen. Der Vertreter des gesperrten Mark van Bommel sah gleich für sein erstes Foul in der Partie zum dritten Mal im Wettbewerb Gelb.

Vier Tage nach der 7:0-Gala gegen Hannover wurde das Duell mit dem siebenmaligen französischen Meister zu dem erwarteten Geduldsspiel für die Münchner. Van Gaals Mannschaft überzeugte durch konsequentes Positionsspiel und zeigte in Unterzahl ihr Kämpferherz. Ihre besten Szenen hatten die Bayern, wenn der Ball schnell über die Flügel lief. Dabei war Ribéry bis zu seinem Ausschluss der wirkungsvollste Akteur, die Zeit von Robben kam nach der Pause. In der Mitte ging Schweinsteiger als Antreiber weite Wege.

Nach knapp einer Viertelstunde setzten die Münchner die ersten offensiven Akzente einer zunächst von Nervosität geprägten Partie. Die Elf tastete sich förmlich heran an das Führungstor, doch dieses fiel nicht, auch weil die Angreifer vor dem Tor von Hugo Lloris Schwächen zeigten. So verpasste Schweinsteiger im Anschluss an den zweiten Bayern-Eckball von Robben per Kopf die frühe Führung (13.).

Das wegen des Flugverbots zu Wochenbeginn mit Bussen angereiste Olympique-Team stand sehr kompakt und war gut gestaffelt, suchte aber nur selten den Weg nach vorne. Meist waren Standardsituationen der Ausgangspunkt, wenn es am oder im Bayern-Strafraum einmal gefährlich wurde. In der 30. Minute verhinderte Martin Demichelis Schlimmeres, als er einen strammen Schuss von Ederson zur Ecke abfälschte.

Mit Anatoli Timoschtschuk für Olic und einer Menge Wut im Bauch starteten die Hausherren in die zweite Hälfte. Die ganze Entschlossenheit der Bayern verdeutlichte in der 53. Minute Lahm, dessen Solo allerdings der krönende Abschluss versagt blieb, weil er Thomas Müller den Ball in den Rücken spielte. Auch Robben fehlte wenig später aus spitzem Winkel noch das nötige Schussglück (61.). Doch in der 69. Minute demonstrierte der Niederländer, der den Münchnern schon in Florenz und Manchester zum Weiterkommen verholfen hatte, seine einzigartige Schusstechnik. Fast ansatzlos zog Robben aus 20 Metern ab und der von Müller leicht abgefälschte Ball fand den Weg ins Netz. Danach waren die Münchner dem 2:0 näher als Lyon dem Ausgleich.

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