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Der «gejagte Heilige»: Lloris will Bayern stoppen

Lyon/München (dpa) - 20.04.2010, 13:46 Uhr

Hugo Lloris beim Training mit Olympique Lyon
Hugo Lloris beim Training mit Olympique Lyon

Gegen Olympique Lyon werden sich die Stürmer von Bayern München in der Champions League ganz besonders ins Zeug legen müssen. Im Tor des Halbfinal-Gegners steht in Hugo Lloris nämlich ein Mann, der daheim in Frankreich von Fans und Medien schon zum «Heiligen» erhoben wurde.

«Danke Saint Lloris!», hieß es Ende 2009 nach der erzitterten Qualifikation der französischen Fußball- Nationalelf für die Weltmeisterschaft in Südafrika. Auch als «OL» im Champions-League-Viertelfinale Girondins Bordeaux ausschaltete, war der 23-Jährige der entscheidende Mann auf dem Platz. «Er ist für mich einfach der beste Torwart der Welt», sagt Mannschaftskollege Cris.

Lloris ist ein «gejagter Heiliger». Denn an den Diensten des Mannes, der wegen seiner Geschmeidigkeit auch «Spidermann» gerufen wird, meldeten jüngst Spitzenteams wie Juventus Turin und Manchester United Interesse an. Auch FC Bayern-Berater Willy Sagnol schwärmt von seinem Landsmann. «Er hat in Lyon eine riesige Entwicklung genommen, ist die Nummer 1 in der Nationalmannschaft. Er ist wirklich ein absoluter Top-Torhüter», befand der Franzose. Die Zeitung «Le Figaro» nannte Lloris gar den «Messi von Lyon». Und Lyon-Trainer Claude Puel vertraut auf den 1,88 Meter langen Schlussmann, der Robben, Ribéry & Co. stoppen will: «Mit ihm kann man Großes erreichen.»

Anders als viele Stars in seiner Position ist Lloris ein stets ruhiger, nüchterner Typ. Als er nach dem Erfolg gegen Bordeaux wieder einmal mit Lob überhäuft wurde, verriet er sachlich sein Rezept: «Ein Spiel wird im Detail entschieden, bei einem Torwart kommt es auf die Konzentration an». Worte, die nach Erfahrung klingen. Dabei hat Lloris bisher nicht einmal vier komplette Spielzeiten in Frankreichs Ligue 1 hinter sich. Er debütierte mit 19 beim OGC Nizza. Nach 72 Meisterschafts-Begegnungen mit dem Club von der Côte d'Azur wechselte er im Sommer 2008 für 8,5 Millionen Euro nach Lyon.

In seinem ersten Jahr in Lyon wurde Lloris schon als bester Keeper Frankreichs ausgezeichnet. In der Nationalelf gilt er nach nur neun Einsätzen als feste Größe. «Er ist die Nummer 1, ganz klar», räumt sogar Rivale Steve Mandanda ein. Nach Meinung von «Le Figaro» werden Erinnerungen an Fabien Barthez wach: Der Glatzkopf als Rückhalt im Tor führte die «Blauen» 1998 zum WM-Titelgewinn. «Er hat dieselbe Frühreife, dieselbe Ruhe, dieselbe Fähigkeit, eine entscheidende Parade zu machen», schrieb das Blatt. Die Bayern sollten nun die Worte von Lloris-Entdecker Frédéric Antonetti beachten. «Wenn man denkt, das Tor ist gefallen, ist es bei ihm oft doch kein Tor».


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