Lyon (dpa) - 19.04.2010, 15:14 Uhr

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Zweitägige Autobahn-Odyssee statt Business-Class im Flugzeug: Die Vulkanasche aus Island hat die Vorbereitung von Bayern Münchens Champions-League-Gegner Olympique Lyon vor dem Hinspiel- Schlager in der Münchner Allianz Arena erheblich gestört.
Mit einem knappen Dutzend Minivans machte sich die OL- Delegation nach dem Mittagessen auf die Reise in die bayerische Landeshauptstadt. Nach den ersten 625 Kilometern wollen die Franzosen in Stuttgart übernachten und am nächsten Tag die letzten 230 Kilometer in Angriff nehmen, berichteten Medien unter Berufung auf Clubsprecher.
Ursprünglich wollte der französische Serienmeister der Jahre 2002 bis 2008 am 20. April um 11.45 Uhr mit Air Méditerranée Flug BIE 956 in München landen. Das Team um Startorwart Hugo Lloris hat bereits eine Autobahn-(Tor-)Tour hinter sich. Nach dem 2:2 im Topspiel der Ligue 1 bei Girondins Bordeaux, das kurz vor Mitternacht zu Ende gegangen war, war die Delegation in der Nacht zum 18. April mit dem Bus nach Lyon zurückgekehrt.
«Das war hart. Einige haben versucht, zumindest eine oder zwei Stunden zu schlafen, aber die meisten haben Karten gespielt oder sich einen Film angeschaut», sagte Innenverteidiger Cris mit müdem Lächeln nach der siebenstündigen nächtlichen Fahrt. Auch die Fahrt nach München werde «hart» sein, sagte Cris, der im Gegensatz zu einigen Teamkameraden am Sonntag keine Siesta halten konnte, «weil die Kinder mit dem Papa spielen wollten».
Der Abwehrchef aus Brasilien, der im Juni 33 wird, setzt darauf, dass die Schwierigkeiten das Team «weiter zusammenschweißen». Gegen die «angsteinflössenden Bayern», so die Zeitung «Le Figaro» nach dem 7:0-Kantersieg der Münchner über Hannover 96, wolle man in München auf jeden Fall ein Tor erzielen. Der Gegner habe viele Stärken, aber auch «Schwachpunkte», meinte Cris, der am Mittwoch in der Innenverteidigung neben dem gelernten Mittelfeldmann Jérémy Toulalan wird spielen müssen. Der Nationalspieler hatte bereits am Samstag in Bordeaux hinten gespielt, weil drei Innenverteidiger verletzt sind.
Bei Lyon gibt es aber weitere Verletzungssorgen. Noch ist nicht sicher, ob der argentinische Sturmstar Lisandro López in München mit von der Partie sein wird. Nach einer harten Attacke von Bordeaux- Verteidiger Henrique spürte López weiterhin starke Knöchelschmerzen. «Henrique wollte López verletzen. Wäre das Spiel gegen Bayern schon am Dienstag, würden López sicher nicht spielen können», sagte der Ex-Lyon-Profi und heutige Clubführungs-Berater Bernard Lacombe empört.