England außen vor - Ferguson: «typische Deutsche»
London/Manchester (dpa) - 08.04.2010, 12:24 Uhr
Alex Ferguson ist nach der Niederlage von Manchester verstimmt.
Trainer Sir Alex Ferguson schimpfte auf «typische Deutsche», die englische Presse spottete dagegen nicht nur über das Scheitern von Manchester United in Europas Königsklasse. «Wir wussten, dass es kein großes Jahr für unsere führenden Clubs werden würde - nach dem Überfluss die Hungersnot», schrieb «The Times» am Tag nach dem Aus des englischen Fußball-Rekordmeisters aus Manchester gegen den FC Bayern München im Viertelfinale der Champions League. Erstmals seit sieben Jahren steht kein Insel-Club im Halbfinale der «Königsklasse». Ferguson vergaß nach dem 3:2-Sieg, der nach der 1:2- Hinspielniederlage den K.o. bedeutete, seine Manieren. Der Erfolgscoach schob alle Verantwortung von sich und schimpfte wegen der Gelb-Roten Karte für United-Verteidiger Rafael in der 50. Minute lieber auf die «typischen Deutschen». «Bayern München wäre nie weitergekommen, wenn wir elf Mann gehabt hätten. Sie haben für den Platzverweis gesorgt - typische Deutsche», schäumte der Dauerkaugummi kauende Schotte. «Sie haben den Schiedsrichter belagert und die Rote Karte erzwungen. Wir kennen das ja.»
Sein Kollege Louis van Gaal konterte in der Pressekonferenz prompt. «Wir haben das Foul nicht begangen, sondern der Spieler. Und der muss wissen, dass das eine zweite Gelbe Karte bedeuten kann», sagte der niederländische Trainer der Münchner. Ferguson verstieg sich sogar dazu, den Bayern-Spielern zu unterstellen, absichtlich auf Rooneys lädierten Knöchel gezielt zu haben. Der ManU-Coach hatte noch einen Einsatz des 24 Jahre alten Torjägers kategorisch ausgeschlossen - offenbar eine Finte. Dann zauberte Ferguson seinen Stürmerstar doch wie ein Kaninchen aus dem Hut und ließ ihn von Beginn an spielen. Rooney bereitete auch prompt den Blitzstart durch Darren Gibson vor, begann aber nach gut 20 Minuten zu humpeln. Ferguson holte ihn aber erst nach 55 Minuten vom Platz. Vorläufige Diagnose: Bluterguss unterhalb der ursprünglichen Verletzung - «nichts Ernstes», sagte Ferguson. |