England bangt um Rooneys Knöchel - «Betet!»
London (dpa) - 31.03.2010, 12:53 Uhr
Wayne Rooney (M) wird nach einer Verletzung von Betreuern vom Platz getragen.
«Betet» - am Tag nach dem Schock von München rief Englands größte Boulevardzeitung ihre Leser dazu auf, an höherer Stelle um schnelle Heilung für den verletzten Stürmerstar Wayne Rooney zu bitten. «Bilder des lahmenden Rooney lassen die Nation erschaudern», schrieb die «Sun» weiter. Die Knöchelverletzung von Manchester Uniteds Stürmerstar Wayne Rooney hat Fußball-England in kollektive Panik versetzt. «Rooney-Agonie: Bitte lass das nicht der Moment sein, in dem Englands WM-Traum stirbt», bat die «Daily Mail». Der «Mirror» erklärte den Augenblick, als der 24 Jahre alte Star kurz vor dem 2:1-Siegtreffer der Münchner Bayern im Champions-League- Viertelfinale zu Boden ging und nur mit fremder Hilfe vom Platz der Allianz-Arena humpeln konnte, zu «dem Moment, an dem die Nation den Atem anhielt». Aus der Arena humpelte Rooney dann frisch geduscht auf Krücken. Das verletzte Bein war bis zum Knie geschient. Manu-Trainer Sir Alex Ferguson versuchte noch in der Nacht zum Mittwoch, Rooneys Blessur im rechten Fußgelenk nicht zu hoch zu hängen: «Es sieht nicht so schrecklich ernst aus.» Doch auf der Insel fürchtet die Sportpresse bereits «Englands schlimmsten WM-Alptraum». Auch seriösere Blätter wie die «Times» zeigten sich besorgt. «Manchester und England müssen das Schlimmste fürchten», urteilte das Traditionsblatt. Rooney, der in München im Viertelfinal-Hinspiel schon nach 63 Sekunden seine beeindruckende Saisonbilanz auf 34. Pflichtspieltreffer geschraubt hatte, gilt auf der Insel als unabdingbarer Schlüsselspieler für Englands Erfolg in Südafrika.
Mitleid mit dem Kontrahenten hatte sogar Luis van Gaal: «Er ist der wichtigste Spieler bei Manchester. Ich hoffe für Manchester, dass er nicht schwer verletzt ist», sagte der Bayern-Trainer. Während Spitzenreiter Manchester, der am Ostersamstag den Tabellenzweiten, Michael Ballacks FC Chelsea, empfängt, auf das Ergebnis der Kernspintomographie von Rooneys Knöchel wartete, hob die britische Presse immerhin die als verdient empfundene Revanche der Münchner für ihre Finalniederlage von 1999 hervor. «Erstaunlicher Weise waren es die Deutschen, die feierten, als wäre es 1999», schrieb der «Daily Telegraph», auch in Anspielung auf einen Pop-Hit von Prince. Das Blatt wies auch auf die Parallelität der Ereignisse vor der vergangenen WM hin, als England ebenfalls ein Drama um Rooneys im Vorfeld gebrochenen Metastarsal-Knochen im Fuß erlebte: «Bestürzender Weise humpelte Wayne Rooney, als wäre es 2006. Fußball, bloody hell.»
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