Der FC Bayern München hat das Viertelfinale der Champions League erreicht. Dem deutschen Fußball-Rekordmeister genügte im Achtelfinal-Rückspiel beim AC Florenz ein 2:3 (0:1). Das Hinspiel hatte der Bundesliga-Tabellenführer mit 2:1 gewonnen.
Aufgrund der mehr erzielten Auswärtstreffer schafften die Münchener den Sprung in die Runde der letzten Acht. In der stürmischen Toscana hatte die nie aufsteckenden Bayern dank toller Moral und eines Traumtores von Arien Robben den K.o. im Achtelfinal-Krimi abgewendet. In einer turbulenten zweiten Spielhälfte schossen die Niederländer Robben (65. Minute) und Mark van Bommel (60.) den deutschen Fußball-Rekordmeister wie im Vorjahr ins Viertelfinale der Königsklasse. Der 10. der italienische Liga war durch Juan Vargas (28. Minute) und Stevan Jovetic (54./64.) in Führung gegangen und konnte nach der 3:1-Führung 1:11 Minuten vom ersten Viertelfinale seit 1970 träumen - bis Robben vor 45 000 Zuschauern im Stadion Artemio Franchi alles zunichte machte.
«Wir haben eine Mannschaft mit Moral und Charakter, die immer zurückschlagen kann», sagte Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger. «Mit dieser Niederlage kann man leben. Wir sind unter den besten Acht - das ist ein großer Erfolg.» Torschütze van Bommel meinte: «Es gab einige brenzlige Situation. Aber wir sind verdient weiter.» Vor allem der kräftige Wind hatte den Spielern zu schaffen gemacht. «Da bleibt der Ball einfach in der Luft stehen», erklärte Bastian Schweinsteiger, der die Gelbe Karte sah und im nächsten Spiel gesperrt ist. Auch Philipp Lahm war froh über den «Rückenwind in der zweiten Halbzeit. Da haben wir uns leichter getan».
Mit dem Selbstvertrauen aus 18 Pflichtspielen ohne Niederlage übernahmen die Bayern das Kommando. Auch ohne die verletzten Martin Demichelis und Diego Contento stand die Abwehr zunächst sicher. Doch zwingende Chancen sprangen nicht heraus, weil die Präzision bei stürmischem Gegenwind fehlte. Florenz, das nur eine der letzten zehn Partien gewonnen hat und auf den nach der Roten Karte im Hinspiel gesperrten Massimo Gobbi verzichten musste, war auf Torsicherung programmiert und machte geschickt die Räume eng.
Als Mario Gomez nach knapp einer halben Stunde an der Seitenlinie behandelt wurde, schlugen die Italiener eiskalt zu. Einen 30-Meter- Schuss von Riccardo Montolivo ließ Torhüter Jörg Butt abprallen und Vargas verwertete die Vorlage. Auch Daniel van Buyten sah dabei nicht gut aus. Nationalstürmer Gomez kam danach zwar noch einmal zurück, wurde wenig später wegen eines Muskelfaserrisses in der Wade aber gegen Miroslav Klose ausgewechselt. Bis zur Pause gab es nur noch eine Chance durch Robben, die Torhüter Sebastien Frey aber mit einer prächtigen Parade entschärfte.
«Wir werden uns steigern und das Spiel noch drehen», sagte Sportdirektor Christian Nerlinger. Dank Butt war diese Hoffnung nicht schon in der 50. Minute passe, als die Abwehr pennte und der Keeper großartig gegen Alberto Gilardino rettete. Mit dem Wind im Rücken wollten die Bayern angreifen - doch das Gegenteil war der Fall. Denn Jovetic schlug in der 54. Minute zu und zeigte die Nachlässigkeiten in der Bayern-Abwehr auf. Vorarbeiter Gilardinos schien im Abseits gewesen zu stehen, doch der Treffer aus zehn Metern Entfernung galt.
Ein Tor musste her, um zumindest die Verlängerung zu schaffen. Und van Bommel ließ sich nicht lange bitten. Mit einem trockenen Flachschuss aus 18 Metern ließ er Frey keine Chance und brachte die schon feiernden Zuschauer zum Verstummen. Danach wurde es bunt: Erst schoss Jovetic Florenz nach erneutem Van-Buyten-Patzer wieder ins Viertelfinale, doch nur 71 Sekunden später triumphierten erneut die Bayern, weil Robben den Ball in den Winkel zirkelte. Das gute Debüt für den 17-Jährigen David Alaba war damit perfekt.