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FIFA entscheidet: Keine technischen Hilfsmittel

Zürich (dpa) - 06.03.2010, 15:25 Uhr

Jerome Valcke verkündete die FIFA-Entscheidung: Keine technischen Hilfsmittel.
Jerome Valcke verkündete die FIFA-Entscheidung: Keine technischen Hilfsmittel.

Kein Chip im Ball, keine Torkameras: Die FIFA hat neuen Technologien zur Unterstützung der Schiedsrichter auf dem Fußballplatz endgültig eine Absage erteilt.

Der Weltverband entschied nach einer Sitzung mit dem für Regelfragen zuständigen International Football Association Board (IFAB), «der Technik die Tür endgültig zu verschließen», sagte FIFA-Generalsekretär Jérome Valcke. «Die Frage war, sollen wir Technik im Fußball zulassen, und die Antwort war ganz klar: Nein!», sagte Valcke auf einer Pressekonferenz in Zürich. Am dortigen FIFA-Sitz hatte sich die IFAB zu ihrer 124. Jahresversammlung getroffen.

Zwei Firmen hatten den Verantwortlichen der FIFA sowie der Verbände aus England, Schottland, Wales und Nordirland - die zusammen mit dem Weltverband den IFAB bilden - die neuesten Entwicklungen vorgestellt. Dies war einmal ein Chip, der signalisiert, wenn der Ball die Torlinie überquert. Die zweite Möglichkeit war eine Torkamera - das sogenannte «Hawkeye» - die Aufschluss über Tor oder Nicht-Tor geben soll. Beide Lösungen konnten die Regelhüter nicht überzeugen - mit einer «klaren Mehrheit», aber nicht einstimmig, entschied sich der IFAB gegen beide Varianten.

«Wir sind alle der Meinung, dass die Technologie aus dem Spiel herausgehalten werden muss», sagte Valcke. «Das Einzigartige sind die Menschen.» Wegen etlicher Fehlentscheidungen der Schiedsrichter auf höchstem Niveau - etwa das irreguläre aber anerkannte Tor Frankreichs in der WM-Qualifikation gegen Irland - war der Ruf nach technischen Hilfsmitteln laut geworden. «Fehler wird es immer geben», sagte Valcke, «aber lasst uns den Fußball so erhalten, wie er ist». Jonathan Ford vom Waliser Verband ergänzte: «Strittige Entscheidungen sind doch gerade das Schöne an diesem Sport.»

Die IFAB sah nach Angaben der Beteiligten die Gefahr eines Dammbruchs. «Ein Teilnehmer sagte, wenn es mit der Torlinie losgeht, was kommt dann als nächstes», berichtete Valcke. «Am Ende haben wir nur noch Start-und-Stop-Situationen», befürchtete Ford.

Vertagt wurde dagegen eine Entscheidung über den Einsatz von Torrichtern. Am 17. Mai soll es dazu ein weiteres Treffen geben. «Dann werden wir auch darüber endgültig entscheiden», kündigte Valcke an. In der Europa League werden in dieser Saison erstmals solche zusätzlichen Referees getestet. Um sich über das Pilot-Projekt ein abschließendes Bild zu machen, will die IFAB die restliche Europacup- Saison abwarten. Die Fußball-WM in Südafrika werde diese Entscheidung aber ohnehin nicht betreffen, ergänzte der FIFA-Generalsekretär.


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