Viele WM-Favoriten bei Tests außer Form
Hannover (dpa) - 04.03.2010, 13:48 Uhr
Der Niederländer Eljero Elia (r) jagt hinter US-Spieler Carlos Bocanegra (m) her.
Viel Qual, wenig Glanz - knapp 100 Tage vor der Fußball-WM wartet auf die Favoriten und die deutschen Gruppen-Gegner noch viel Arbeit. Lediglich Serbien dürfte Bundestrainer Joachim Löw nach dem souveränen 3:0 in Algerien Kopfzerbrechen bereiten. Von den großen Teams sind dagegen sowohl Titelverteidiger Italien (0:0 gegen Kamerun) als auch England (3:1 gegen Ägypten) und die Niederlande (2:1 gegen die USA) nach ihren mühevollen Testspiel-Siegen weit von einer Titelform entfernt. Auch die deutschen Trainer Ottmar Hitzfeld und Otto Rehhagel erlebten mit der Schweiz (1:3 gegen Uruguay) und Griechenland (0:2 gegen Senegal) empfindliche Rückschläge. Lediglich Europameister Spanien spielte beim 2:0 in Frankreich bereits in WM- Form und ist aktuell der große Favorit auf den Titel in Südafrika. Besonders groß war die Enttäuschung für Hitzfelds Schweizer, die gegen Uruguay arg schwach spielten. «Klatsche für Nati», titelte das Schweizer Boulevard-Blatt «Blick» nach der Pleite. «Heute haben wir gesehen, wie stark Chile und Honduras bei der WM sein werden», sagte Hitzfeld zum missratenen Test, der die WM-Spiele gegen die lateinamerikanischen Länder imitieren sollte. Griechen-Coach Rehhagel bekannte, noch «einen Haufen Arbeit zu tun» zu haben, um bei der Weltmeisterschaft in der starken Gruppe gegen Argentinien, Nigeria und Südkorea, das die Elfenbeinküste 2:0 bezwang, nicht unterzugehen.
Bei Deutschlands Gruppen-Gegner Serbien überzeugten die Bundesliga-Profis Zdravko Kuzmanovic (Stuttgart) und Zoran Tosic (Köln) als Torschützen. Nach holprigem Beginn schossen sie mit dem Ex-Herthaner Marko Pantelic den souveränen Sieg in Algerien heraus. Vor Ghana und Australien muss das DFB-Team jedoch wohl keine Angst haben. Die Schwarzafrikaner enttäuschten beim 1:2 in Bosnien. Auch Australien kam nicht über ein 1:0 gegen Fußball-Zwerg Indonesien im abschließenden Qualifikationsspiel zur Asienmeisterschaft hinaus und offenbarte vor allem Schwächen im Abschluss. Der ewige Mitfavorit Niederlande gewann zwar knapp gegen die USA, ist derzeit aber weit vom gewohnten Oranje-Spielwitz entfernt. «In der Schlussphase war Oranjes Spiel nah an einem bedenklichen Niveau», schrieb die Sportzeitung «Voetbal International». US-Coach Bob Bradley, Vater vom Gladbacher Michael Bradley, war zufrieden: «Das war ein zweifellos guter Test von uns.» Kapitän Carlos Bocanegra gelang das erste US-Tor überhaupt gegen die Niederländer. |