Kuranyi kämpft um neuen Vertrag: «Herzenssache»
Gelsenkirchen (dpa) - 26.02.2010, 12:17 Uhr
Kevin Kuranyi hat seinen Arbeitgeber Schalke 04 ins Herz geschlossen.
Um die Zuneigung der Fans musste Kevin Kuranyi lange hart kämpfen. Unter Trainer Felix Magath hat sich der Stürmer beim FC Schalke 04 fast unverzichtbar gemacht und zum Publikumsliebling entwickelt. Gleichwohl ist die Zukunft des 27 Jahre alten Angreifers ungewiss. Sein Vertrag läuft nach fünf Jahren beim Revierclub am Saisonende aus. Und dann? «Schalke ist für mich inzwischen eine Herzenssache», betont Kuranyi, der um seinen Verbleib kämpft und dieses Ansinnen Woche für Woche mit starken Leistungen und Toren untermauert. «Ich würde liebend gerne bleiben. Doch das Gesamtpaket muss stimmen. Für mich und für den Verein.» Zwölf Tore erzielte Kuranyi in der laufenden Saison bisher, ist damit die Nummer zwei hinter dem Leverkusener Stefan Kießling (13) und kann sich sogar Hoffnungen auf die Torjägerkrone machen. Doch das wäre für ihn nur ein schöner Nebeneffekt. «Daran denke ich wirklich nicht», wiegelt er ab. «Wichtiger ist, dass wir in den europäischen Wettbewerb kommen. Das ist mir lieber als die Torjäger-Kanone.»
Kuranyi weiß, dass der finanziell angeschlagene Club ihn nur im Fall der Champions-League-Qualifikation mit den entsprechenden Millionen-Einnahmen halten könnte. So müssen alle die weitere sportliche Entwicklung beim Tabellen-Dritten abwarten. «Ich habe keinen genauen Zeitplan, mache dem Verein keinen Druck», sagt Kuranyi, der andere Interessenten an seine Berater verweist und betont: «Mein erster Ansprechpartner ist Felix Magath. Wir reden, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, auch wenn es Saisonende wird.» In Magaths Brust schlagen zwei Herzen. Als Trainer würde er seinen «Lieblingsschüler» gern behalten. Doch der Manager Magath könnte gezwungen sein, Kuranyi ziehen zu lassen. Schon in der Winterpause wollte der Coach den Topverdiener (rund 3,8 Millionen Euro pro Jahr) gegen eine kolportierte Ablöse von etwa 4,5 Millionen Euro an den FC Sunderland veräußern. Letztlich scheiterte der Deal an Kuranyis Veto. «Ich war schon einig mit einem Club», verriet Magath. «Aus sportlicher Sicht bin ich aber froh. Wir können ihn gut gebrauchen». |