Chaos bei Inter - Ballack: Absolutes Spitzenspiel
Mailand (dpa) - 23.02.2010, 13:26 Uhr
Michael Ballack trifft mit Chelsea auf Inter Mailand.
Torwart Julio Cesar fährt seinen Lamborghini an die Wand, «Schiri-Schreck» José Mourinho wird drei Spiele lang auf die Tribüne verbannt und die Mannschaft steigert sich in einen Verfolgungswahn hinein. Vor dem Champions-League-Knüller gegen den FC Chelsea versinkt Inter Mailand im Chaos. Leichtes Spiel also für das Team des deutschen Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack? Mitnichten! Derart angeschlagen und wütend ist der italienische Meister mit seinem renitenten Trainer Mourinho für den Spitzenreiter der englischen Premier League gefährlicher denn je. «Das ist ein absolutes Spitzenspiel. Wir haben das schwerste Los gezogen», sagte Ballack dem Sender SAT1. Gegen seinen Ex-Club verlangt der Portugiese nach drei Unentschieden in Serie in der Meisterschaft im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League von seiner Truppe den dringend nötigen Befreiungsschlag. «Er kennt uns noch genau. Daher hat das Spiel schon eine besondere Brisanz», räumt Ballack in dem Fernsehinterview ein.
Während Chelsea bei den Wolverhampton Wanderers 2:0 siegte und seinen Vorsprung in der Tabelle ausbaute, kam Inter nur zu einem 0:0 gegen Sampdoria Genua. Fast eine Stunde stand der Meister nur mit neun Spielern auf dem Platz. Diese kämpferische Leistung «macht mich sehr, sehr stolz», betonte Mourinho vor dem Duell mit Chelsea. Weil er Schiedsrichter Paolo Tagliavento im Spiel gegen Genua symbolisch Handschellen anlegte, sperrte ihn der italienische Fußballverband (FIGC) für drei Spiele und verurteilte ihn zu einer Strafe in Höhe von 40 000 Euro. «Das ist lächerlich», schimpfte Club-Chef Massimo Moratti. «Ich sage jetzt nichts dazu, um vor dem Champions-League-Spiel die Mannschaft nicht in der Konzentration zu stören», meinte der Club-Boss, der auch der gesamten Mannschaft ein Redeverbot erteilte und beim Verband Einspruch einlegte. Mourinho ließ von seinem Sprecher mitteilen, man habe sein Geste missverstanden: «Sie hatte nichts mit dem Schiedsrichter zu tun.» |