Barcelonas Messi und Guardiola warnen vor VfB
Stuttgart (dpa) - 22.02.2010, 20:27 Uhr
Lionel Messi stellt sich in Stuttgart den Fragen der Journalisten.
Der FC Barcelona ist als amtierender Champions-League-Sieger, Club-Weltmeister und spanischer Meister in Stuttgart gelandet, hat vor dem VfB aber dennoch großen Respekt. «Wir spielen gegen eine deutsche Mannschaft mit deutschen Tugenden», sagte Trainer Josep Guardiola am Vorabend des Achtelfinal-Hinspiels der Fußball-Champions-League. Christian Gross habe in Stuttgart viel bewegt, lobte er seinen Kollegen und fügte hinzu: «Wir sehen bei unserer Videoanalyse immer interessantere Dinge über den VfB. Wenn ich die alle aufzähle, werden wir heute nicht fertig.» Auch Barcelonas Superstar Lionel Messi warnte bei der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Club. «Wir wissen, dass es in diesem Wettbewerb keine leichten Gegner mehr gibt», sagte er. «Ein schlechtes Spiel kann schon fatale Folgen haben. Wir könnten uns das Leben damit selbst schwer machen und sogar ausscheiden.»
Dass Messi dieses Wort überhaupt in den Mund nimmt, zeigt, dass dem Titelverteidiger die Selbstsicherheit des vergangenen Jahres etwas abhanden gekommen ist. Barca plagt sich mit Verletzungssorgen herum. Seydou Keita und Éric Abidal fallen definitiv aus, die Einsätze von Xavi, Zlatan Ibrahimovic und Dani Alves sind noch fraglich. Alle drei nahmen zwar am Abschlusstraining teil. «Eine endgültige Entscheidung erwarte ich aber erst am Tag des Spiels», sagte Guardiola. Viel Spielraum hat der 39-Jährige nicht mehr. Mit 20 Profis plus zahlreichen Nachwuchstalenten ist sein Kader im Vergleich zu anderen europäischen Spitzenclubs recht klein. Neben Fragen zum Gegner und zum eigenen Personal musste sich der Coach auch mit Kritik aus der Heimat auseinandersetzen. Barca-Ikone Johan Cruyff bezeichnete den jüngsten 4:0-Sieg gegen Santander als «schlechtestes Spiel der Ära Guardiola». Darauf angesprochen meinte Cruyffs ehemaliger Spieler: «Ich kann mich dem nur anschließen. Wenn man Meister werden will, muss man besser spielen.» Insbesondere der Erzrivale Real Madrid sitzt ihm im Nacken. In der Meisterschaft liegen die «Königlichen» nur noch zwei Punkte zurück, in der Champions League hat Real-Präsident Florentino Perez eine Prämie von 575 000 Euro pro Spieler versprochen, um Barca den Titel abzujagen. Guardiola vertraut seinen Profis dennoch. «Es ist meine Aufgabe, zu vermeiden, dass sie denken, dass Stuttgart eine leichte Aufgabe ist», sagte er. Aber wie er sein Team kenne, «muss ich mir da keine Sorgen machen». Barcelona sei gewarnt, sagte der Trainer: «Wir haben letzte Woche gesehen, dass Arsenal London eventuell ins Gras beißen muss und auch Real Madrid in Lyon große Schwierigkeiten hatte.»
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