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Sechs magische Minuten reichen VfB für K.o.-Runde

Stuttgart (dpa) - 10.12.2009, 08:52 Uhr

Der überragende Khedira (M) jubelt mit Stuttgarts Torschützen Pogrebnyak (l) und Marica.
Der überragende Khedira (M) jubelt mit Stuttgarts Torschützen Pogrebnyak (l) und Marica.

Dank 6 magischer Minuten ist der VfB Stuttgart ins Achtelfinale der Champions League gestürmt. Mit dem ungefährdeten 3:1 (3:0)-Sieg gegen den enttäuschenden FC Unirea Urziceni hat der schwäbische Fußball- Bundesligist doch noch sein Ziel erreicht und seine Fans vorerst versöhnt.

Zugleich verschaffte der seit Wochen schwächelnde VfB mit dem ersten Heimsieg in der Königsklasse seinem neuen Trainer Christian Gross einen Traumstart und Sportdirektor Horst Heldt das schönste Geschenk zum 40. Geburtstag. «Man hat gespürt, dass wir unbedingt gewinnen wollten», lobte der erst seit drei Tagen amtierende Gross seine Schützlinge für ihren Kampfgeist und ihre Spielfreude. «Es war toll, wie wir angefangen haben.» Der Schweizer hatte die Mannschaft gegenüber dem enttäuschenden 1:1 gegen den VfL Bochum in der Bundesliga gleich auf sechs Positionen verändert.

Noch ehe sich der rumänische Meister auf die furios startenden Stuttgarter eingestellt hatte, lag er nach sehenswerten Treffern von Ciprian Marica (5. Minute), Christian Träsch (8.) und Pawel Pogrebnjak (11.) sensationell und aussichtslos 0:3 zurück. «Das Spiel hat für uns beim Stand von 0:3 nach zehn Minuten begonnen», sagte Unirea-Trainer Dan Petrescu konsterniert. «Wir haben es nicht geschafft, den VfB zu stoppen.»

«Es ist schön, dass auch unsere Stürmer getroffen haben», sagte Sportdirektor Horst Heldt erleichtert nach den Toren der zuvor wochenlang unter Ladehemmung leidenden Marica und Pogrebnjak. «Ich habe die erste Viertelstunde staunend erlebt.» Da zauberten die zuletzt so stark verunsicherten und schwerfälligen Stuttgarter wie in ihren besten Tagen.

Gross und Heldt wollten trotz der großen Freude und Erleichterung den sportlich und finanziell wertvollen Vorstoß in die K.o.-Runde der Königsklasse nicht überbewerten. «Es wäre fatal, wenn wir uns blenden lassen würden», wies der Coach auf unübersehbare Schwächen vor allem nach dem 1:3 durch Antonio Semedo unmittelbar nach dem Wiederanpfiff (46.) hin. «Es gibt noch viel, viel Arbeit.» Zudem fange «die eigentliche Aufgabe» beim FSV Mainz an: Der Kampf gegen den Abstieg. Heldts Analyse lautete ähnlich: «Ich habe viel Gutes gesehen. Aber wir sind noch nicht über den Berg.»


Die VfB-Profis strichen vor allem den Anteil ihres nach der Fan-Randale rund um das Bochum-Spiel entlassenen ehemaligen Teamchefs Markus Babbel am Weiterkommen heraus. «Babbel hat uns gut vorbereitet, dass wir so weit gekommen sind», sagte Träsch. Torhüter Jens Lehmann betonte: «Ich bin mir sicher, dass wir mit dem alten Trainerteam auch erfolgreich gewesen wären.»

Dem exzentrischen Keeper droht ein Nachspiel, weil er sich in einem Fernsehinterview im Vorfeld der Partie gegen den Vorstandsbeschluss in der Trainerfrage ausgesprochen hatte. «Es gibt Entscheidungen, die andere treffen und nicht der Jens», kündigte Heldt verärgert Konsequenzen an. Der Club werde das so nicht hinnehmen und mit Lehmann «kommunizieren». Aber auch der Manager bescheinigte Babbel und seinen Assistenten «einen großen Anteil an dem Erfolg».

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