Ronaldos «Ein-Mann-Show»: Real und Milan weiter
Hamburg (dpa) - 09.12.2009, 13:00 Uhr
Cristiano Ronaldo (r) lässt Souleymane Diawara von Olympique Marseille hinter sich.
Ritterschlag von Zinédine Zidane und Dankesworte aus Italien: Mit einer spektakulären «Ein-Mann-Show» («Marca») und zwei Toren hat Superstar Cristiano Ronaldo Real Madrid ins Achtelfinale der Champions League geschossen. «Cristiano Ronaldo ist nicht gut, er ist phänomenal», sagte Real-Berater Zidane nach dem 3:1-Erfolg der Königlichen bei Olympique Marseille. Auf die Frage, ob «CR9» so gut sei wie Zizou es früher war, antwortete der Franzose mit einem Lächeln: «Ich habe nur ab und zu so gut gespielt, aber er tut es häufig.» Dank der Marseiller Ronaldo-Gala konnte der AC Mailand sein mageres 1:1 beim FC Zürich verschmerzen und mogelte sich als Gruppenzweiter in die lukrative K.o.-Runde der Fußball-Königsklasse. «Grazie Real», schrieb der «Corriere dello Sport» und «La Gazzetta dello Sport» titelte: «Es ist geschafft! Milan schleicht sich klammheimlich weiter.» Im Zürcher Letzigrund mussten die Gäste aus Italien lange zittern, nachdem Milan Gajic die abgeschlagenen Schweizer in Führung gebracht hatte (29.). Per Foulelfmeter gelang Ronaldinho der Ausgleich (65.) - und dank Reals Schützenhilfe konnte der Brasilianer später lakonisch feststellen: «Man kann nicht immer gut spielen. Hauptsache wir sind weiter.»
Neben den Branchen-Riesen schafften zum Vorrunden-Finale der FC Bayern München und Wolfsburgs Gruppengegner ZSKA Moskau den Sprung in die Runde der besten 16. Bereits qualifiziert waren der FC Chelsea, Manchester United, FC Arsenal, FC Sevilla, AC Florenz, Olympique Lyon, Girondins Bordeaux und der FC Porto. Für Maccabi Haifa dagegen endete das Abenteuer Champions League mit einer historischen Bruchlandung: Als erstes Team verabschiedete sich der Club aus Israel ohne Punkt und ohne Tor aus dem europäischen Spitzenwettbewerb. Für Ronaldo hingegen war der Ausflug in die französische Hafenstadt nach seinem Platzverweis in der spanischen Liga Balsam auf die Kicker-Seele. Nach fünf Minuten traf er mit einem direkt verwandelten Freistoß aus rund 35 Metern und sein zweiter Treffer in der 79. Minute war nicht minder spektakulär: An der Strafraumgrenze war er mit Verteidiger Diawara und Torwart Mandanda kollidiert, rappelte sich als erster wieder auf und schoss den Ball unbedrängt ins leere Tor. «Ich bin glücklich darüber, dass ich unserer Elf mit meinen Toren zum Gruppensieg verholfen habe», sagte der portugiesische Nationalspieler, der sich über ein Sonderlob seines Trainers und Beifallsbekundungen der Presse freuen durfte. |