Selten erspielte sich eine deutsche Elf in Italien so viele Torchancen wie die Bayern. Schon nach zwölf Minuten lag die Führung in der Luft. Nach van Bommels Flanke sprang Olic am höchsten, traf aber per Kopf nur den Pfosten. Dann machte den Bayern ein Schnitzer von Martin Demichelis, der den Ball gegen Felipe Melo vertändelte, einen dicken Strich durch die Rechnung. Claudio Marchisio flankte in die Mitte und die aufgerückte Münchner Abwehr konnte Trezeguet nicht mehr am erfolgreichen Torschuss hindern. Doch van Gaals Elf zeigte sich von diesem Rückstand wenig beeindruckt, nutzte weiter die sich bietenden Räume und schlug noch vor der Pause zurück. Als sich Martin Caceres im Strafraum gegen den quirligen Olic nur noch mit einem Foul zu helfen wusste, schlug die Stunde von Butt. Der Torhüter verwandelte den Elfmeter in seinem 68. Europacup-Spiel sicher und traf damit zum dritten Mal in seiner Karriere vom Punkt aus gegen Juventus. Gleiches war ihm schon im Trikot des Hamburger SV und von Bayer Leverkusen gelungen. Um die Kreise des eine Halbzeit lang kaum zu bremsenden Schweinsteiger einzuengen, kam bei Juve nach der Pause der Ex- Schalker Christian Poulsen zum Einsatz. Doch die Turiner luden ihren Gegner zur Freude der 1537 mitgereisten Bayern-Anhänger auch weiterhin regelrecht zum Toreschießen ein. Als Buffon den Kopfball von van Buyten nur abklatschen konnte, war Olic, der Matchwinner beim 1:0-Sieg gegen Haifa, erneut zur Stelle und staubte zum 1:2 ab. Während die Bayern entschlossen auf das dritte Tor drängten, konnte der Ex-Bremer Diego dem Juve-Spiel keine Impulse geben und wurde nach 65 Minuten unter Pfiffen ausgewechselt. Gomez beseitigte alle Zweifel und machte auf den Tag genau 21 Jahre nach dem Münchner 3:1-Sieg bei Inter Mailand das nächste Fußball-Wunder in Italien perfekt, ehe Timoschtschtuk den Schlusspunkt setzte.
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