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Toni plagt schlimmes Heimweh - Nutznießer Gomez

Turin (dpa) - 08.12.2009, 12:24 Uhr

Luca Toni steht Anfang November im Spiel gegen Bordeaux für Bayern auf dem Platz.
Luca Toni steht Anfang November im Spiel gegen Bordeaux für Bayern auf dem Platz.

Sogar die Dienstreise in sein geliebtes Italien bekam Luca Toni von Louis van Gaal gestrichen. Dabei hätte der Fußball-Weltmeister im Gruppenfinale der Champions League so gerne für den deutschen Rekordmeister gegen Juventus Turin gespielt und noch lieber getroffen.

Aber ob der vom Heimweh und einer tiefen Abneigung gegen den Bayern-Trainer geplagte Toni überhaupt noch einmal Tore für den FC Bayern schießen wird? Wohl kaum. «Eins steht fest: Ich werde nach Italien zurückkehren», bekräftigte Toni in dem italienischen Magazin «Chi».

Der 32 Jahre alte Torjäger im Wartestand hat abgeschlossen mit dem FC Bayern - zumindest mit einem FCB unter der sportlichen Leitung von van Gaal. Der Niederländer wiederum ist die Zicken des renitenten Italieners leid. Als van Gaal bei der internationalen Pressekonferenz in Turin gefragt wurde, ob er Toni trotz dessen Wechselgelüsten in München halten wolle, antwortete der 58-Jährige schroff: «Ich finde, dass ein Spieler den normalen Anforderungen eines Vereins entsprechen muss. Wenn er das nicht macht, werde ich niemals versuchen, einen Spieler zu überzeugen zu bleiben.»

Stadionflucht gegen Schalke, Verbal-Attacken gegen den Coach, offen geäußerte Wechselambitionen - Toni provoziert und forciert seit Wochen seinen vorzeitigen Abschied aus München. Die Bayern-Bosse verdonnerten ihn zu insgesamt 25 000 Euro Geldstrafe und spielen ansonsten auf Zeit. «Wir wollen uns auf die wichtigen Aufgaben bis Weihnachten konzentrieren und uns dann damit beschäftigen», erklärte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge auf der Turin-Reise.

Dass Toni unbedingt im Winter aus München fort will, mochte der Bayern-Chef nicht bestätigen: «Das hat er extern gesagt.» Was intern gesprochen wird, verriet Rummenigge nicht: «Wir sind so verblieben, dass wir die Dinge nicht kommunizieren möchten.» Bayern-Präsident Uli Hoeneß hatte immerhin berichtet, dass Toni «bisher» bei der Vereinsführung nicht darum gebeten habe, ihn im Winter zu einem anderen Club zu transferieren.


Bis zum 30. Juni 2011 steht der Top-Verdiener Toni, dessen Jahressalär auf sechs bis zehn Millionen Euro geschätzt wird, in München unter Vertrag. Aber wohl fühlt sich die einstige Tormaschine des FC Bayern angeblich nicht mehr in Deutschland. «Von meinem Land fehlt mir alles: Die Fans, die Freunde und meine Mutter», sagte Toni nun. Und die Spekulationen wuchern, fast täglich werden von Medien neue Toni-Interessenten ins Spiel gebracht. Zuletzt hieß es, der Weltmeister Toni stehe bei Inter Mailand auf der Wunschliste.

Die «Gazzetta dello Sport» berichtete, Toni solle beim italienischen Meister von Januar an Samuel Eto'o ersetzen. Der Kameruner wird dem Tabellenführer zu Jahresbeginn fehlen, weil er dann für die Nationalmannschaft seines Land beim Afrika Cup im Einsatz sein wird. 3,5 Millionen Euro Gehalt müsse Inter für Toni aufbringen, schrieb die Mailänder Sport-Tageszeitung. Die Ablöse an Bayern sei offen. Mit Toren für Inter könnte Toni womöglich doch noch seinen Traum von einer WM-Teilnahme 2010 in Südafrika verwirklichen.

Auch die aktuellen Teamkollegen verfolgen gespannt den Fall Toni. Bastian Schweinsteiger hat ihn noch nicht abgeschrieben. «Ich denke, auch Luca hatte und hat die Chance, mit uns zu spielen. Es liegt an ihm», sagte der Nationalspieler in Turin. «Es ist ein neuer Trainer da, eine neue Spielphilosophie, damit muss jeder zurechtkommen. Wir würden uns wünschen, dass er wieder bei uns wäre und Tore für uns macht.» Diesen Job hat einstweilen wieder Mario Gomez übernommen. Der 30 Millionen Euro teure Neuzugang hat von der Fehde zwischen Toni und van Gaal am meisten profitiert. Er spielt und trifft wieder. «Er ist jetzt bereit, die Nummer 9 richtig zu übernehmen», lobte Hoeneß den Ex-Stuttgarter. Noch steht diese Zahl auf dem Trikot von Luca Toni.

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