Was das prominente Duo von den Kollegen auf dem Rasen zu sehen bekam, bestätigte die Kritik von Beckenbauer. «Sie sind mutlos. Sie bewegen sich nicht genug», hatte der «Kaiser» im TV-Interview moniert. Und in der Tat: Die Bayern wirkten ängstlich, fast schon blockiert. Vielleicht wollten sie, aber sie konnten offensichtlich nicht. Der Spielaufbau war trotz großer Feldvorteile und klar positiver Ballbesitz-Bilanz gegen biedere Israelis zu behäbig. Besonders Flanken wollten in der Anfangsphase nicht recht gelingen. Als Mark van Bommel doch mal gefährlich in die Mitte passte, flog der Ball nach einem Schuss von Mario Gomez (17.) knapp am Tor vorbei. Der Nationalspieler - nach dem Ausfall des am Arm verletzten Miroslav Klose neben Olic der einzige verbliebene Angreifer - war noch ein Bayern-Aktivposten. Doch auch sein zweiter Versuch (24.) landete neben dem Tor. Haifa hatte durch Eyal Meshumar (22.) zuvor eine Möglichkeit gehabt, die Bayern-Torwart Hans-Jörg Butt mit etwas Mühe abwehrte. Einen der sporadischen Bayern-Höhepunkte lieferte Olic, dessen Schuss (33.) von Gäste-Keeper Nir Davidovitsch schmerzhaft mit dem Gesicht abgewehrt wurde. In der Nachspielzeit strich ein Kopfball des Kroaten knapp über das Tor. Den Fans reichte das nicht - sie pfiffen zur Halbzeit. «Man merkt, dass die Mannschaft verunsichert ist. Wir haben viel Willen gebraucht», sagte Thomas Müller. In der zweiten Hälfte musste die Bayern-Devise Angriff heißen. Bastian Schweinsteiger (52.) setzte mit einem Freistoß auf die Oberkante der Latte ein erstes Zeichen. Jubel auf den Rängen löste kurz darauf die Kunde des Führungstreffers aus Bordeaux aus - und weckte offenbar die Bayern-Profis. Als Olic wenige Minuten später nach einem abgewehrten Gomez-Schuss einschob, war die Erleichterung bis hinauf bis auf die Ehrentribüne förmlich zu greifen. In Turin wartet aber noch die deutlich schwerere Aufgabe auf die Bayern. Bei Remis oder Niederlage würden sie doch in der Europa League antreten müssen.
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