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Costa: Vom Auslaufmodell zum VfL-Leistungsträger

Moskau (dpa) - 25.11.2009, 11:47 Uhr

Wolfsburgs Ricardo Costa setzt sich in einem Liga-Spiel gegen Hertha BSC durch.
Wolfsburgs Ricardo Costa setzt sich in einem Liga-Spiel gegen Hertha BSC durch.

Im Sommer war klar: Ricardo Costa verlässt den deutschen Fußball-Meister VfL Wolfsburg und unterschreibt einen Vierjahresvertrag beim spanischen Erstliga-Aufsteiger Real Saragossa.

Doch der Transfer platzte in letzter Sekunde. Und der eigentlich von Trainer Armin Veh aussortierte Costa kämpfte sich zurück ins Team, ist aus der VfL-Abwehr derzeit kaum mehr wegzudenken. Vom Auslaufmodell zum Leistungsträger: Nach den starken Auftritten in den letzten Spielen scheint nun sogar eine Vertragsverlängerung möglich.

Es ist eine verrückte Geschichte, doch sie passt zur Karriere des portugiesischen Innenverteidigers. Als Costa 2007 als Ersatz für den nach Rotterdam abgewanderten Abwehrchef Kevin Hofland nach Wolfsburg kam, war er mit dem FC Porto schon viermal portugiesischer Meister, hatte unter Trainer José Mourinho 2003 den UEFA-Pokal und 2004 sogar die Champions League gewonnen. Neben Karim Ziani und Obafemi Martins ist Costa der einzige Wolfsburger, der vor dieser Saison schon in der europäischen Königsklasse auflief.

Nach seinem Wechsel in die Autostadt überzeugte der Rechtsfuß den damaligen Trainer und Manager Felix Magath in der Vorbereitung auf die Saison 2007/08. Costa galt als Abwehrchef gesetzt, doch gleich beim ersten Pflichtspiel im Pokal gegen Würzburg der Schock: Kreuzbandriss im rechten Knie. Nach nur 98 Tagen war Costa zurück in der Mannschaft, doch das Verletzungspech blieb ihm treu. Anfang 2008 erlitt er einen Rippenbruch, im Februar 2009 brach er sich einen Zeh.

Bei Magath hatte er danach keine Chance mehr: Als der VfL in der vergangenen Saison nach einer überragenden Rückrunde die Meisterschaft gewann, schaute Costa nur zu. «Das war eine schwere Zeit. Es kratzt am Selbstbewusstsein, wenn man nicht mehr gebraucht wird», sagte der 28-Jährige dem «kicker».


Unter Magath-Nachfolger Veh sah Costa ebenfalls keine Perspektive. Vor dieser Saison stand sein Wechsel nach Saragossa schon fest. «Ich bin wieder näher an meiner Heimat und besser im Fokus der Nationalmannschaft», erklärte damals Costa, der für Portugal bei der WM 2006 im Spiel um den dritten Platz gegen Deutschland auflief.

Doch der Transfer kam in letzter Sekunde nicht zustande, Costa musste in Wolfsburg bleiben - und bekam im bislang größten Spiel der VfL-Geschichte seine Chance. Weil die VfL-Defensive immer wieder wackelte, nahm Veh vor der Champions-League-Partie bei Manchester United Weltmeister Andrea Barzagli aus der Mannschaft und setzte gegen Rooney und Co. auf Costa. Und der Portugiese machte seine Aufgabe trotz des 1:2 gut. Seitdem spielte Costa jede Partie durch. «Er hatte keine Chance, und die hat er genutzt», sagte Veh.

Costa verleiht der VfL-Defensive die nötige Ruhe, begeht kaum Fouls. «Ich habe nie aufgegeben und um meinen Platz gekämpft», sagte er. Auch in der Nationalmannschaft gehört Costa ein halbes Jahr vor der WM 2010 in Südafrika wieder zum erweiterten Kreis. Jetzt macht Veh dem einst «Ungewollten» sogar Hoffnung auf eine Zukunft in Wolfsburg. Es könne «durchaus sein», dass der nach dieser Saison auslaufende Vertrag verlängert werde.

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