Aus für Liverpool: Benitez aber nicht in Gefahr
London (dpa) - 25.11.2009, 11:18 Uhr
Liverpools David Ngog (r) erzielt den letztlich wertlosen Siegtreffer gegen Debrecen.
Nach dem Champions-League-K.o. übte sich der FC Liverpool in Durchhalteparolen. «Wir sind nun in der Europa-League und wollen sie gewinnen», sagte Kapitän Steven Gerrard nach dem wertlosen 1:0-Sieg gegen VSC Debrecen. Mit einem Foulelfmeter zum 1:0 des AC Florenz über Olympique Lyon hatte Vargas den Achtelfinal-Einzug beider Teams und Liverpools Pleite perfekt gemacht. Die «Reds», mit fünf Titeln Englands erfolgreichster Verein in den europäischen Wettbewerben, waren am Tag danach um Schadensbegrenzung bemüht und nahmen Trainer Rafael Benitez, der die Elf in seiner bislang fünfjährigen Amtszeit erstmals nicht in die Runde der letzten 16 in Europas Königsklasse führen konnte, aus der Schusslinie. «Das hat für Rafa überhaupt keine Konsequenzen», betonte Geschäftsführer Christian Purslow. Purslow lieferte auch eine Begründung: «Er hat ja vor vier Monaten erst einen neuen Fünf-Jahres-Vertrag unterschrieben. Wir rücken nicht von unseren langfristigen Plänen wegen zwei später Gegentreffer in den Spielen gegen Lyon ab», erklärte er. Die finanziellen Ausfälle für den hochverschuldeten Spitzenclub würden schon wettgemacht, wenn Liverpool in der Europa League die nächsten drei Runden überstünde, rechnete Purslow vor.
Den Champions-League-Sieger von 2005 und Finalisten von 2007 hat diese Saison das Glück verlassen. «Autsch!», titelte Großbritanniens größte Boulevardzeitung «Sun». «Rafa am Boden, aber nicht ausgeknockt», erklärte der «Daily Express». «Starke Vergangenheit, schwache Gegenwart, unsichere Zukunft», urteilte der seriöse «Daily Telegraph». «Vergesst die finanziellen Einbußen. Der emotionale Preis wiegt viel schwerer - die schmerzhafte Erkenntnis, dass sich Liverpool unter Europas 'ferner liefen' wiederfindet.» Das letzte Mal hat Liverpool 2002/2003 die Runde der letzten 16 verpasst. Liverpools beinahe unveränderte Elf zog vergangene Saison in einem elektrisierenden Champions-League-Viertelfinale gegen Michael Ballacks FC Chelsea erst am Ende den Kürzeren und lieferte Manchester United lange ein Duell um die englische Meisterschaft. Nun spielen die «Reds» in Europa nur noch um den Trostpreis und haben als Tabellensiebter schon 13 Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Chelsea. Für den angeschlagenen Benitez steht deshalb Schadensbegrenzung an. «Das Wichtigste ist, dass wir in England wieder unter die ersten Vier kommen und uns für die Champions League nächstes Jahr qualifizieren», sagte der Spanier.
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