Liverpool vor «Abgrund» - Auch Barcelona zittert
Frankfurt/Main (dpa) - 05.11.2009, 13:17 Uhr
Liverpools Torgarant Fernando Torres (l) will Akzente setzen.
Der strauchelnde FC Bayern München könnte im «Cup der Verlierer» Europa League auf eine prominente Schar von Gestrandeten treffen. Neben dem deutschen Fußball-Rekordmeister bangen auch Titelverteidiger FC Barcelona und die erfolgsverwöhnten Engländer vom FC Liverpool um das fest eingeplante Weiterkommen im Millionen-Spiel Champions League. Mit weiteren Zahltagen fest planen können hingegen bereits der FC Sevilla und Olympique Lyon, auch der FC Arsenal hat die Tür zum Achtelfinale mit seinem eindrucksvollen 4:1 gegen AZ Alkmaar bereits weit aufgeschlagen. Verschlossen bleiben könnte der Zugang zu den Fleischtöpfen hingegen für den FC Liverpool. Die auch in der Liga den Erwartungen weiter hinterher hinkenden «Reds» mussten in Lyon einen weiteren Tiefschlag verdauen. In der Schlussminute gelang dem Argentinier Lisandro der Ausgleich für die Franzosen, die damit das Weiterkommen sicherstellten. Liverpool hingegen «starrt nun in den Abgrund», wie «The Sun» schrieb. «Es war Folter pur für Liverpool.» In die Schusslinie gerät beim Traditionsclub von der Anfield Road immer mehr Trainer Rafael Benítez. Der Spanier habe «in der Champions League aus seinem Hut so oft Kaninchen herbeigezaubert, aber dieses Mal war nichts in seiner Hand», meinte «The Sun».
Aufgeben will der umstrittene Coach aber nicht. «Wir sind noch am Leben, müssen weiterkämpfen. Nichts ist unmöglich», meinte der Spanier. Allerdings räumte Benítez, der Liverpool 2005 zum Triumph in der Königsklasse geführt hat, ein: «Nun brauchen wir ein Wunder!» Nur wenn die Engländer ihre verbleibenden zwei Spiele gewinnen und der AC Florenz, der die Ungarn von Debreceni VSC 5:2 abfertigte, in drei Wochen gegen Lyon nicht gewinnt, hat Liverpool noch eine Chance auf die nächste Runde. Noch nicht ganz so dramatisch sieht es für den FC Barcelona aus, doch in der ausgeglichenen Gruppe F müssen die Katalanen mehr kämpfen als erwartet. Beim krassen russischen Außenseiter Rubin Kasan kam das Starensemble nicht über ein torloses Remis hinaus, nachdem das Team von Trainer Josep Guardiola bereits im Hinspiel sensationell 1:2 unterlegen war. «Barcelona prallte auf einen riesigen Eisberg», kommentierte «El Periódico» den laschen Auftritt des letztjährigen Champions, der den direkten Vergleich mit Kasan verloren hat. |