Babbel: «Erste Halbzeit nicht VfB-würdig»
Sevilla (dpa) - 05.11.2009, 11:41 Uhr
Kuzmanovic (l) vom VfB freut sich mit Trainer Babbel über seinen Treffer zum 1:1.
Das grottenschlechte Gekicke seiner Schützlinge trieb Markus Babbel zur Weißglut. «Die erste Halbzeit war nicht VfB- würdig. Das war eine Katastrophe», wetterte der erboste Teamchef des VfB Stuttgart nach dem letztendlich noch verdienten 1:1 (0:1) beim FC Sevilla. Durch das Remis wahrten die Stuttgarter ihre Chance auf den Achtelfinaleinzug in der Champions League. «Die Mannschaft hat ängstlich, ohne Mumm und nur passiv agiert und sich unheimlich viele Fehlpässe erlaubt.» Sportdirektor Horst Heldt sprach von «Angsthasenfußball». Die Schwaben ließen sich im ersten Durchgang vom haushohen Favoriten faktisch ohne Gegenwehr regelrecht vorführen. Wie gelähmt ergaben sie sich beinahe teilnahmslos ihrem Schicksal. Für Babbel war der erschreckend schwache Auftritt ein Rätsel: «Dass sich ein Großteil der Mannschaft vor Angst in die Hosen gemacht hat, ist mir unerklärlich.» Dank Torhüter Jens Lehmann lag der Bundesligist zur Pause nur 0:1 zurück nach einem glänzend herauskombinierten Treffer von FC Kapitän Jesús Navas (14. Minute). «Wir hatten Glück, dass nur ein Tor gefallen ist», räumte Heldt ein.
Mit einer kurzen, knallharten Kabinenpredigt und der Auswechslung der beiden Schwachstellen Khalid Boulahrouz und Roberto Hilbert erzielte der vor Wut und Enttäuschung kochende Coach die erhoffte Wirkung. «Ich musste laut werden», rechtfertigte Babbel sein Donnerwetter. «Es war wie bei Kindern, wo man manchmal auch lauter werden muss.» Zudem hatte der Teamchef die Profis in Anspielung auf seine weiterhin unsichere Arbeitssituation bei der Ehre gepackt: «Ich habe den Jungs klar gemacht, dass ich der Einzige bin, der Angst um seinen Kopf haben müsste.» Heldt lobte den Teamchef: «Markus hat eine gute Ansprache gehalten.» Der VfB agierte nach dem Wechsel wie verwandelt und dominierte nun das Geschehen weitgehend. Die Herausnahme des ebenfalls äußerst schwachen Kapitäns Thomas Hitzlsperger nach gut einer Stunde brachte dem VfB einen weiteren positiven Impuls. Mehr als der hochverdiente Ausgleich durch Zdravko Kuzmanovic (79.), dessen strammen Schuss Julian Schieber noch leicht abgefälscht hatte, glückte den aufopferungsvoll kämpfenden Stuttgartern indes nicht. «Ich bin froh, dass ich endlich mein erstes Tor für den VfB erzielt habe», sagte der Serbe erleichtert. |