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Wolfsburg 3:0 bei Besiktas - Achtelfinale machbar

Istanbul (dpa) - 04.11.2009, 09:33 Uhr

Die Wolfsburger jubeln über das Tor zum 2.0 gegen Besiktas Istanbul.
Die Wolfsburger jubeln über das Tor zum 2.0 gegen Besiktas Istanbul.

Minimalziel schon erreicht und das Achtelfinale der Champions League zum Greifen nahe: Der VfL Wolfsburg darf nach dem 3:0 (1:0) bei Besiktas Istanbul auf jeden Fall im europäischen Fußball überwintern.

Nach dem Erfolg in der «Hölle von Istanbul» durch Tore von Zvjezdan Misimovic (14. Minute), Christian Gentner (80.) und Edin Dzeko (87.) hat der deutsche Meister in der Vorrunden- Gruppe B Platz drei sicher, der zum Weiterspielen in der Europa League reicht. Die Mannschaft von Trainer Armin Veh besitzt allerdings auch eine glänzende Ausgangsposition für die K.o-Runde der Königsklasse. Ein Unentschieden in Moskau reicht dem VfL Wolfsburg für den Einzug ins Achtelfinale der Champions League.

Bei kühlen Temperaturen und teilweise strömenden Regen kam die zuletzt so schwache VfL-Abwehr vor 30 000 Zuschauern im Inönü-Stadion beim 13-maligen türkischen Meister kaum in Verlegenheit. «Wir haben uns nicht einschüchtern lassen und verdient gewonnen. In der zweiten Halbzeit haben wir uns etwas hinten reindrängen lassen, aber dann zum richtigen Zeitpunkt das 2:0 gemacht», sagte Misimovic. In zwei Wochen reicht dem VfL am vorletzten Spieltag bei ZSKA Moskau bereits ein Unentschieden zum zweiten Platz in der Gruppe B. Die Russen kamen bei Manchester United zu einem 3:3 (1:2). Nach dem vierten Spieltag führt «ManU» mit 10 Punkten vor Wolfsburg (7), ZSKA (4) und Besiktas (1). «Dass wir mindestens Dritter sind, ist auf jeden Fall ein Erfolg. So abgeklärt und mutig auswärts zu spielen, bringt uns weiter», meinte Trainer Veh. Gentner freute sich «über die beste Halbzeit» der bisherigen Saison.

«Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht», lobte Veh sein Team. «Wir haben in der Defensive gut gestanden und in der Offensive gute Chancen herausgespielt.» Nach den letzten Bundesligaspielen war vor allem das Abwehrverhalten stark verbessert. «Wir hätten in der ersten Halbzeit sogar noch höher führen können», sagte der Coach zur zweiten Hälfte: «Wir standen sehr gut und haben die Chancen zum richtigen Zeitpunkt genutzt.»

Auch die Spieler waren zufrieden. «Wir haben uns nicht einschüchtern lassen und verdient gewonnen», kommentierte Spielmacher Misimovic. «In der zweiten Halbzeit haben wir uns etwas hinten reindrängen lassen, aber dann zum richtigen Zeitpunkt das 2:0 gemacht.» Nach der Partie wurden die Wolfsburger Besiktas-Fans gefeiert. Die Istanbul-Anhänger beschimpften ihr Präsidium und bekamen von den VfL-Profis Trikots geschenkt.


Wolfsburg, dessen Geschäftsführer Jürgen Marbach Stunden vor dem Spiel Spekulationen über die Verpflichtung von Dieter Hoeneß als Manager dementierte, spielte mit der erwarteten Anfangself. Der türkische Gastgeber musste hingegen gleich vier Ausfälle verkraften. Unter anderem fehlten der ehemalige Nationalspieler Fabian Ernst (Magen-Darm-Probleme) und Torhüter-Urgestein Rüstü, dafür stand Ex-Bundesligaprofi Ugur Inceman von Beginn auf dem Platz.

Rüstü-Vertreter Hakan Arikan im Besiktas-Tor machte von Beginn einen unsicheren Eindruck und hatte bei beispielsweise bei Möglichkeiten durch Gentner (7.) und Misimovic (10.) Schwierigkeiten. Beim platzierten 25-Meter-Schuss von Misimovic aus zentraler Position war Arikan jedoch ohne Chance. Nach der frühen Wolfsburger Führung nahm das Spiel weiter an Fahrt auf: Rodrigo Tabata prüfte kurz darauf VfL-Schlussmann Diego Benaglio, auf der Gegenseite vergaben Martins und erneut Misimovic das mögliche Wolfsburger 2:0.

Die Niedersachsen spielten druckvoll und standen sicher in der Abwehr, Besiktas kam nach stürmischen ersten fünf Minuten - geschockt vom Rückstand - lange nicht einmal mehr zu Kontern. Erst nach einer guten halben Stunde fing sich Besiktas, Wolfsburg drängte nicht mehr so stark und überließ dem Gegner zunehmend Raum: Doch Serdar Özkan (34.) und Bobo (38.) vergaben. Auf der Gegenseite konnten sich trotz Wolfsburger Überlegenheit im Mittelfeld die VfL-Stürmer kaum noch durchsetzen.

In der zweiten Halbzeit verflachte die Partie. Wolfsburg agierte bei den wenigen Konter-Möglichkeiten zu harmlos. Umgekehrt ließ der VfL auch kaum etwas zu, nur bei Einzelaktionen wie durch Tabata (53.) und Michael Fink (62.) kam Besiktas gefährlich in die Nähe des Wolfsburger Tores. Die erste echte Möglichkeit in den zweiten 45 Minuten hatte Dzeko zehn Minuten vor Schluss: Der Torjäger scheiterte am herausgeeilten Arkan, der Ball kam zu Gentner, der von der Strafraumgrenze ins leere Tor einschoss. Einen Konter der nun befreit aufspielenden Wolfsburger verwertete Dzeko dann kurz vor Schluss.

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