Bayern nach Blamage vor Aus: 0:2 gegen Bordeaux
München (dpa) - 03.11.2009, 23:37 Uhr
Bayerns Badstuber liegt auf dem Rasen, während Marouane Chamakh (r) über das 2:0 jubelt.
Nach der schockierenden 0:2-Heimblamage gegen Girondins Bordeaux steht der FC Bayern München kurz vor dem K.o. in der Champions League. Beim verzweifelten Aufbäumen nach der Pause verpasste der lange Zeit desaströs aufspielende deutsche Fußball-Rekordmeister den Ausgleichstreffer. «Wir waren nicht glücklich, wir waren aber auch nicht gut. Wir müssen in der Champions League am besten sein», gestand Bayern-Trainer Louis van Gaal. «Wir können aber noch nicht den französischen Meister wegspielen.» Yoann Gourcuff hatte vor 66 000 restlos enttäuschten Zuschauern in der ausverkaufen Münchener Allianz Arena in der 37. Spielminute per Kopf das Tor zur Halbzeitführung für den destruktiv spielenden französischen Meister erzielt. «Das erste Tor nehme ich auf meine Kappe», sagte Kapitän Mark van Bommel. Das Debakel für die Bayern machte Marouane Charmakh (89.) nach einem Fehler von Holger Badstuber und dem heraus stürmenden Torwart Hans-Jörg Butt perfekt. Nach vier Punkten aus vier Spielen benötigen die Münchener wohl noch zwei Siege aus den letzten beiden Partien gegen Haifa (0 Punkte) und bei Juventus Turin (8), um doch noch als zweites Team in der Gruppe A neben den bereits qualifizierten Franzosen (10) ins Achtelfinale einzuziehen. «Wir müssen zweimal gewinnen. Dann haben wir zehn Punkte. Es wird schwierig, aber machbar», glaubt van Bommel. Turin gewann bei Haifa mit 1:0.
Unter dem zunehmend in Erklärungsnot geratenen van Gaal wäre es erst das zweite Mal nach 2002, dass die Münchener schon nach der Vorrunde ausscheiden würden. «Wir sind noch nicht raus. Wir haben noch eine kleine Chance. Wir sind aber abhängig von Bordeaux», meinte der Niederländer. Zwei Wochen nach dem 1:2 in Bordeaux agierten die Bayern erschreckend schwach. Ohne den verletzten Franck Ribery, ohne den zunächst auf der Bank sitzenden Arjen Robben, ohne den angeschlagenen Ivica Olic und ohne den gesperrten Thomas Müller tat sich ein riesiges kreatives Vakuum auf. Die Gastgeber zeigten Schlafwagen- Fußball und ließen jeden Esprit, jede Entschlossenheit vermissen - und das gegen einen Gegner, der auf das Halten des 0:0 aus war. |