Thomas Müller: «Dumme Aktion» soll Lehre sein
Bordeaux (dpa) - 22.10.2009, 09:54 Uhr
Thomas Müller sieht nach dem zweiten Foul die Gelb-Rote Karte.
Bordeaux (dpa) - Thomas Müller suchte keine Ausflüchte - und das sprach schon wieder für ihn. «Ich habe mich bei der Mannschaft entschuldigt. Ich habe ihr und dem Verein mit der dummen Aktion geschadet», sagte der Bayern-Senkrechtstarter nach dem «bitteren Abend für mich». Seine frühe Gelb-Rote Karte war ein zentrales Puzzle-Stück bei der 1:2-Pleite der Münchner bei Girondins Bordeaux. Und natürlich kam gleich die Diskussion auf, ob die Hysterie um den 20 Jahre alten Saison-Aufsteiger und der Wirbel um seine mögliche Nationalmannschafts-Berufung inklusive dem Disput zwischen Bayern-Manager Uli Hoeneß und Bundestrainer Joachim Löw auch ein Grund für sein übermotiviertes Handeln gewesen sein könnten. «Vielleicht ist der Hype auch ein bisschen zu groß geworden», mutmaßte jedenfalls Kapitän Mark van Bommel. Aber da winkte Müller nur ab: «Das ist völlig aus der Luft gegriffen. Der mediale Druck ist beim FC Bayern schon immer hoch. Von meinem ersten Spiel an bin ich in den Schlagzeilen. Damit kann ich gut umgehen.» Das bewies Müller, als er nicht aus den Stadion-Katakomben flüchtete, sondern sich den Reportern stellte und Position bezog. «Es war kein Blackout.»
Er sei auch nicht übermotiviert gewesen, auch jetzt nicht, da Fußball-Deutschland immer aufmerksamer auf ihn schaut. «Das sind Erfahrungswerte, die ein junger Spieler leider machen muss», sagte Karl-Heinz Rummenigge milde. «Das wird ihm wahrscheinlich nicht mehr passieren, dass er sich bei zwei Fouls in der gegnerischen Hälfte zwei Gelbe Karten einfängt», mutmaßte der Bayern-Chef. Auch Trainer Louis van Gaal sprach nachsichtig von einem «Lernmoment» für Müller, «aber für Bayern war der teuer». Sorgen um den jungen Mann muss man sich wohl nicht machen. Es wird auch nach dem ersten Rückschlag beim steilen Aufstieg des Youngsters weiter «müllern» beim FC Bayern. «Heute ist es einfach doof gelaufen für ihn. Er wird daraus lernen», meinte van Bommel. Müller betrachtete seinen ersten Platzverweis als Profi nicht als Weltuntergang. Statt sich lange zu ärgern will er weiter Gas geben: «Ich versuche, in jedem Spiel meine Leistung zu bringen. Heute konnte ich das nicht zeigen, weil ich nicht lange auf dem Platz war.»
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