Bayern unter Druck - Niederlage in Bordeaux
Bordeaux (dpa) - 21.10.2009, 23:20 Uhr
Münchens Thomas Müller trottet nach dem Platzverweis vom Platz.
Nach einem Platzverweis von Saison-Aufsteiger Thomas Müller hat der FC Bayern München in der Champions League eine Bauchlandung hingelegt. In Unterzahl verloren die Münchner nach einer erschreckend schwachen Angriffsleistung bei Girondins Bordeaux verdient mit 1:2 (1:2). Die Bayern müssen nach dem dritten Spieltag um den Einzug ins Achtelfinale bangen. «Das ist einer Spitzenmannschaft nicht würdig», brachte es Kapitän Mark van Bommel auf den Punkt. Nun stehen die Münchner in der Gruppe A mit dem Rücken zur Wand: Mit nur vier Zählern sind die Bayern hinter Bordeaux (7) und Juventus Turin (5), das mit 1:0 gegen Maccabbi Haifa (0) gewann, nur noch Gruppendritter. «Es ist unglaublich, dass wir so viele Ballverluste hatten», kritisierte der etwas ratlos wirkende Trainer Louis van Gaal. 13 Jahre nach dem UEFA-Cup-Triumph im Stadion Chaban-Delmas erwischten die Münchner mit Michael Cianis Eigentor (6. Minute) einen Superstart. Doch nachdem Ciani seinen Fehler per Hacken-Tor (29.) wettgemacht hatte, leistete sich Müller ein zweites unnötiges Foul und sah schon nach 30 Minuten die Gelb-Rote Karte. «Ich habe mich bei der Mannschaft entschuldigt», sagte Müller nach seiner «dummen Aktion». Folge des langen Unterzahlspiels war der frühe Siegtreffer von Marc Planus (40.). «Natürlich wissen wir, dass wir uns steigern müssen», sagte van Bommel.
Nach dem Seitenwechsel hatte der deutsche Rekordmeister bei einem von Torhüter Jörg Butt erst verschuldeten und dann parierten Foulelfmeter Glück (66.), ehe Luca Toni per Pfosten-Kopfball (72.) den möglichen Ausgleich verpasste. Die schwarze Nacht von Bordeaux machte Daniel van Buyten perfekt, der nach einer Notbremse (88.) Rot sah. Den fälligen Strafstoß von Jussie konnte Butt aber erneut parieren. «Wir haben nach dem 1:0 aufgehört, Fußball zu spielen», klagte Butt, der im Rückspiel am 3. November einen Sieg fordert: «Wir stehen jetzt unter Druck und müssen das Heimspiel gewinnen.» Dabei hatten die Münchner vor 32 000 Zuschauern einen Start nach Maß erwischt, wobei sich der Ausfall von Edson Braafheid als glückliche Fügung erwies. Da der Niederländer fehlte, trat Holger Badstuber als einziger Linksfuß die Ecken - und gleich den ersten Versuch lenkte Ciani ins eigene Tor ab. Danach zogen sich die Bayern zu weit zurück und ließen im Mittelfeld jegliche Präzision vermissen. |