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Schwarzer Tag für Favoriten: Barca blamiert

Düsseldorf (dpa) - 21.10.2009, 12:52 Uhr

Barcelonas Xavi Hernandez (M), Zlatan Ibrahimovic (l) und Lionel Messi nach dem 0:1
Barcelonas Xavi Hernandez (M), Zlatan Ibrahimovic (l) und Lionel Messi nach dem 0:1

Ungläubig schlichen Barcelonas Millionenstars um Zlatan Ibrahimovic vom Platz, mit dem Rosenkranz in der Hand fiel der Trainer von Rubin Kasan jubelnd auf die Knie:

Am «schwarzen Dienstag» für die Favoriten führte der russische Außenseiter mit dem sensationellen 2:1 (1:0)-Erfolg beim Cupverteidiger den Aufstand der Kleinen in der Champions League an. «Geil! Barcelona, das jeder kennt, verliert gegen Rubin, das keiner vergisst», schrieb der russische «Sport Express» enthusiastisch. Zur Halbzeit der Gruppenphase müssen in Barcelona, dem weiter sieglosen Inter Mailand und dem FC Liverpool nach der zweiten Niederlage gleich drei Titelfavoriten um den Achtelfinal-Einzug bangen.

Noch vor dem Anpfiff hatten sich die Kasan-Profis wie eine sportliche Reisegruppe präsentiert. Doch nicht die vorab geschossenen Fotos aus dem Stadion Camp Nou, sondern eine effektive und abgeklärte Leistung dürften 800 Kilometer östlich von Moskau in der Teilrepublik Tatarstan in Erinnerung bleiben. «Es ist ein Fest für unsere Fans», freute sich Coach Kurban Berdjew, der während der Partie immer wieder beschwörend an seinem Rosenkranz gedreht hatte, über das Siegtor des Türken Gökdeniz Karadeniz (73.).

Trotz der ersten Saisonniederlage, bei der Ibrahimovic den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte, zeigte sich Barcelona kaum geschockt. «Uns fehlte etwas das Glück», klagte der Schwede, der kurz vor Ende die Latte traf. «Die Niederlage war nur ein Ausrutscher», sagte Barca-Trainer Josep Guardiola. Ob das 1:2 wirklich nur «ein Unfall» war, wie «El Periódico» vermutete, müssen die Spanier in zwei Wochen bei der Reise nach Russland beweisen.

Während Barcelona mit vier Zählern immerhin noch punktgleich vor dem Dritten Kasan an der Spitze der Gruppe F steht, steckt José Mourinho mit Inter Mailand (3) endgültig in der Königsklassen-Krise. Nach dem glücklichen 2:2 (1:2) gegen Dynamo Kiew (4) warten die Italiener seit acht Spielen und genau einem Jahr auf einen internationalen Sieg. «Wenn wir komplett sind, werden wir in Kiew leichter gewinnen als in Mailand und uns qualifizieren», versprach Coach Mourinho. Walter Samuel hielt die Chancen auf ein Weiterkommen von Inter mit dem Ausgleich nach dem Eigentor des früheren Bayern- Profis Lucio aufrecht.


Schon häufig hat auch Rafael Benitez den FC Liverpool aus misslichen Situationen befreit, doch nach der vierten Pflichtspiel- Niederlage in Serie hat sich der Druck auf den Spanier erhöht. Beim 1:2 (1:0) gegen Olympique Lyon verloren die «Reds» nach 25 Minuten ihren Kapitän Steven Gerrard wegen Leistenproblemen und erlebten dann in der Nachspielzeit durch den Siegtreffer von César Delgado ihren späten Alptraum an der Anfield Road. «Eine Heldentat, eine wahre Heldentat», schrie Lyons Präsident Jean-Michel Aulas. Durch den umkämpften 4:3-Erfolg des AC Florenz (6) beim punktlosen VSC Debrecen aus Ungarn steht Liverpool (3) hinter Spitzenreiter Lyon (9) nur auf Rang drei der Gruppe E.

Mit gleich zwei Eigentoren sorgten die Glasgow Rangers für die unfreiwillige Slapstick-Einlage am völlig verrückten Champions- League-Abend. Die peinliche 1:4 (1:1)-Pleite des Schlusslichts (1) gegen den rumänischen Club Unirea Urziceni (4) lässt dem VfB Stuttgart (2) hinter dem FC Sevilla (9) noch Möglichkeiten für den Einzug in das Achtelfinale. Auch in der Gruppe H hatte der FC Arsenal (7) als Favorit beim 1:1 (1:0) Probleme mit dem AZ Alkmaar, behauptete jedoch die Führung vor Olympiakos Piräus (6), das gegen Standard Lüttich mit 2:1 (1:1) gewann.

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