Gewinner im Verlierer-Team: Sir Alex adelt Dzeko
Manchester (dpa) - 01.10.2009, 12:47 Uhr
Wolfsburgs Edin Dzeko feiert das 1:0 gegen Manchester United.
Selten hat ein Verlierer so beeindruckt wie Edin Dzeko. Der Wolfsburger Stürmer hat beim 1:2 gegen Manchester United die Bühne des «Theaters der Träume» genutzt und bei der englischen Trainerlegende Alex Ferguson großen Eindruck hinterlassen. «Dzeko war sehr, sehr gut», lobte der sonst oft knurrige Coach freundlich: «Er hat uns viel Ärger gemacht.» Zumindest phasenweise galt das für die ganze VfL-Mannschaft, doch nicht alle Wolfsburger haben die Form des bosnischen Nationalspielers - oder dessen Talent. «Wenn er so spielt wie heute, dann kann er auf höchstem internationalen Niveau spielen», adelte Sir Alex den Fußballprofi des VfL: «Er ist erst 23 Jahre alt, und er wird noch wachsen.» Es würde nicht verwundern, wenn angesichts solcher Auftritte in der Champions League nach dem AC Mailand nun weitere Weltklasse-Clubs um Dzeko buhlen - zum Beispiel Manchester United.
«Es ist schön, wenn man gegen so einen Verein trifft», kommentierte der viel gelobte Torschütze. Wenn man «in der Champions League trifft, schaut die ganze Welt zu». Nach einer Flanke von Makoto Hasebe zeigte Dzeko einen herrlichen Kopfball (56.), ehe Ryan Giggs (59.) mit einem von Christian Gentner abgefälschten Freistoß und Michael Carrick (78.) das Spiel drehten. «Es ist schade, dass mein Tor nicht gereicht hat», meinte Dzeko: «Wir führen 1:0 - und dann so Gegentore. Die waren zu leicht.» Vor dem nun folgenden Heimspiel des Gruppenzweiten gegen Besiktas Istanbul forderte Dzeko: «Das müssen wir gewinnen.» Es war natürlich nicht allein sein schöner Treffer, der in Old Trafford beeindruckte. Der bosnische Nationalspieler hielt den Ball, dribbelte, setzte sich im Zweikampf technisch und körperlich gegen eines der besten Innenverteidigerpaare der Welt durch: Rio Ferdinand und Nemanja Vidic. «Die sind ja nicht so schlecht», sagte VfL-Coach Armin Veh lakonisch und bescheinigte seinem Stürmer, auch gegen ManU seine «exzellente Technik» gezeigt zu haben. Wie schwer es gegen Ferdinand und Vidic ist, war ganz wunderbar an Dzekos Sturmpartner Grafite zu beobachten. Der Brasilianer konnte sich fast überhaupt nicht durchsetzen und beim Kampf um einen Platz in der brasilianischen Nationalmannschaft nicht punkten. |