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Real-Sorge vor Hexer und Hooligans

Hamburg (dpa) - 29.09.2009, 13:00 Uhr

Cristiano Ronaldo wird von einem Unbekannten mit Hexerei bedroht.
Cristiano Ronaldo wird von einem Unbekannten mit Hexerei bedroht.

Vor dem ersten Champions-League-Heimauftritt des Mitfavoriten Real Madrid sorgen auf der iberischen Halbinsel ein spanischer Hexer und die «Rächer von Porto» für Aufregung.

In einem Drohbrief kündigte der namentlich nicht genannte Hexenmeister vor Reals Match am 30. September gegen Olympique Marseille an, seine «Künste» darauf zu verwenden, dass sich 94-Millionen-Rekordeinkauf Cristiano Ronaldo verletzen werde. Beim FC Porto, der nach dem 0:1 bei Ballack-Club FC Chelsea gegen Atletico Madrid schon unter Druck steht, geht mal wieder die Sorge vor den «Rächern» um. Die mysteriöse Gruppe bestraft seit Jahren mittels Verfolgung, Bedrohung oder auch schon mal Prügel jene Spieler Portos, die auf dem Spielfeld schwächeln, sich nachts in Kneipen herumtreiben oder mit einem Wechsel liebäugeln.

Bisher letztes Opfer auf der langen Liste, auf der auch Portos niederländischer Ex-Coach Co Adriaanse (2006) steht, war im August Adriano. Der inzwischen zu Sporting Braga «geflüchtete» Brasilianer wurde nach schwachen Leistungen attackiert, als er zu spätnachts eine Diskothek verließ. An die «Rächer» dürfte dieser Tage auch ein Ass von Gegner Atlético denken. Der Portugiese Paulo Assuncao erlebte im Sommer 2008 einen Alptraum. Um den Wechsel nach Madrid zu verhindern, bedrohten die «Rächer» den Mittelfeldmann. «Fünf Männer haben mich am helllichten Tag mit dem Wagen verfolgt, zum Halten gezwungen, mein Auto kaputt getreten und mir gesagt, man würde mir ins Knie schießen, sollte ich Porto verlassen», verriet der 29-Jährige Monate später.

Prominentestes Opfer der Angriffe, hinter denen man Mitglieder der Hooligangruppe «Super Dragões» (Superdrachen) vermutet, war Cristiano Ronaldo. Portugals Fußballidol traf im Champions-League-Viertelfinale im April damals noch für Manchester United gegen den FC Porto: Zur Strafe verwüsteten FCP-Hooligans daraufhin Cristiano Ronaldos Mode-Geschäft «CR7» auf dessen Heimat-Insel Madeira.

Inzwischen bei Real ist der Stürmerstar ins Visier eines Mannes geraten, der von sich behauptet, die Madrilenen schon 2003 und 2006 verhext und in eine tiefe Krise gestürzt zu haben. Er habe zwar nichts gegen Ronaldo, werde aber von seinem Auftraggeber bezahlt, dafür zu sorgen, dass Ronaldo «mehr Zeit verletzt als einsatzbereit sein» wird. Real Madrid tat die Drohung gelassen als «Blödsinn» ab.


Viel mehr als den Hexer und auch die gegnerischen Spieler fürchtet man die Hooligans aus Marseille. Im Vorjahr hatten randalierende «OM»-Fans im Spiel ihrer Elf bei Atlético Madrid Zusammenstöße mit der Polizei provoziert. Atlético wurde später von der UEFA dafür bestraft, dass die Sicherheitskräfte zu forsch gegen die Randalierer vorgegangen sein sollen. Madrid will zwei Tage vor der Entscheidung über die Vergabe der Olympischen Spiele 2016 jegliche Zwischenfälle vermeiden und hat daher die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Mit Gabriel Heinze und Fernando Morientes kehren zwei Ex-Realos an ihre alte Wirkungsstätte zurück. Doch nach dem mit 5:2 beim FC Zürich gelungenen Königsklassen-Auftakt will man sich von «OM» nicht stoppen lassen. Im Gegenteil: Manuel Pellegrini denkt sogar schon ans Finale, das am 22. Mai 2010 im Bernabeu-Stadion steigt. «Wir sind der Favorit für den Gewinn der Champions League», erklärte der Coach vollmundig.

Der ebenfalls zum Kreis der Mitfavoriten zählende FC Chelsea muss derweil weiter ohne Michael Ballack auskommen. Der Kapitän der deutschen Nationalelf reiste wegen einer Wadenblessur, die schon sein Mitwirken im Punktspiel gegen Wigan Athletic (1:3) verhindert hatte, zum Spiel bei APOEL Nikosia gar nicht mit. Neben dem Mittelfeldakteur müssen die Londoner John Obi Mikel (Knöchelverletzung) sowie Didier Drogba und José Bosingwa (beide gesperrt) ersetzen. Dafür könnten Ashley Cole und Deco nach Verletzungspausen ihr Comeback feiern.

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