«Maradiego» hofft gegen Bayern auf sein Comeback
Turin (dpa) - 28.09.2009, 20:06 Uhr
Diego (r) kämpft im Spiel gegen Bologna um den Ball.
«Forza Diego!» Im Champions-League-Spitzenspiel bei Bayern München hoffen die Tifosi von Juventus Turin auf das große Comeback ihres neuen Lieblings. Der von seiner Oberschenkelverletzung genesene Brasilianer will in der ausverkauften Allianz Arena Italiens Rekordmeister zum Sieg schießen. Beim ersten Gastspiel in Deutschland nach seinem Wechsel von Werder Bremen nach Italien steht der 24-Jährige jedoch mächtig unter Druck. Nach seinem grandiosen Saisonstart hat ihn die vor zwei Wochen erlittene Muskelblessur aus dem Tritt gebracht. Sein erster Test beim 1:1 gegen den FC Bologna in der Serie A fiel allenfalls mäßig aus. Trainer Ciro Ferrara überlegt gar, ob er Diego gegen Louis van Gaals Truppe überhaupt in der Startelf bringen soll. «Wir müssen sehen, wie schnell er aufholt», meinte der Coach vor dem Duell mit dem deutschen Rekordmeister.
Die Münchner stellen sich trotzdem auch auf Diego ein. «Er war verletzt, aber wir haben ihn lange in der Bundesliga erlebt. Er kann ein Spiel alleine entscheiden. Er hat eine unglaubliche individuelle Klasse», sagte Torhüter Jörg Butt. Auf ein Wiedersehen mit Hasan Salihamidzic, der 2008 zu Juventus gewechselt war, müssen die Münchner hingegen verzichten. Der 32-Jährige fehlt wegen einer Sehnenverletzung. «Die Enttäuschung ist riesig, das können sie sich vorstellen. Mir blutet das Herz, aber da kann man eben nichts machen», sagte Salihamidzic dem TV-Sender «Eurosport». Die «La Gazzetta dello Sport» zählte Diego zu den schwächsten Turinern auf dem Platz. «Zwei vermasselte Chancen und sonst nicht viel. Diego ist nicht wiederzuerkennen», urteilte Italiens größte Sporttageszeitung. Nach den beiden überragenden Auftaktspielen mit zwei Toren hatten sich die Zeitungen mit Lobeshymnen auf den «Fantasista» noch überschlagen: Der «Corriere dello Sport» krönte den ehemaligen Werderaner zu «König Diego» und «Tuttosport» taufte ihn gar schon in «Maradiego» um. Seit den glorreichen Zeiten von Diego Maradona beim SSC Neapel haben Italiens Gazzetten kaum einen Liga-Neuling so überschwänglich gefeiert. |